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Rothschild & Co Asset Management sieht ein goldenes Zeitalter für Goldminen aufbrechen

Goldminen profitieren von der Gold-Rallye. Im Bild eine Mine von Nevada Gold Mines, an der unter anderem Barrick beteiligt ist (Bild: Barrick)
Goldminen profitieren von der Gold-Rallye. Im Bild eine Mine von Nevada Gold Mines, an der unter anderem Barrick beteiligt ist (Bild: Barrick)

Der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord, doch historisch betrachtet gingen Minenaktien bei steigenden Goldpreisen oft leer aus. Jetzt aber stimme die Gleichung, kommt Charles-Edouard Bilbault von Rothschild & Co Asset Management in seiner Analyse zum Schluss.

12.02.2026, 07:04 Uhr

Redaktion: asc

Es ist ein Paradox, das die Goldbranche seit Jahrzehnten begleitet: Der Goldpreis stieg, doch die Minenaktien zogen nicht mit. Der Grund: steigende Kosten, wachsende Schulden oder aggressive Expansionspläne. Dies hatte zur Folge, dass die Gewinne durch Misswirtschaft verpulvert wurden. Anleger, die auf die vermeintliche Hebelwirkung setzten, wurden regelmässig enttäuscht.

Doch 2026 scheint sich das Blatt endgültig gewendet zu haben. «Heute sind die Goldminen deutlich disziplinierter und rationaler in ihrem Schulden- und Kostenmanagement», sagt Charles-Edouard Bilbault, Global Equities Portfolio Manager bei Rothschild & Co Asset Management. Das Ergebnis: Rekordmargen, ein kumulierter freier Cashflow von rund 25 Milliarden Dollar und eine Rückkehr der Aktionärsrenditen in Form von Dividenden und Aktienrückkaufprogrammen. Die Branche, so Bilbaults These, erlebt ihr goldenes Zeitalter.

Warum Gold alle Regeln bricht

Um die Dynamik der Minenaktien zu verstehen, muss man zunächst kurz einen Blick auf die Entwicklung des Goldpreises werfen. Historisch bestand stets eine inverse Korrelation zwischen Realzinsen und dem Goldpreis – steigende Zinsen waren Gift für das Edelmetall. Doch seit 2022 hat sich diese Beziehung gelöst. Obwohl die grossen Notenbanken die Zinsen im Zuge des Ukraine-Kriegs rasch anhoben, reagierte Gold erstaunlich robust.

Sieht weiteres Potenzial für Goldminen-Betreiber: Charles-Edouard Bilbault von Rothschild & Co Asset Management (Bild: R&Co AM)
Sieht weiteres Potenzial für Goldminen-Betreiber: Charles-Edouard Bilbault von Rothschild & Co Asset Management (Bild: R&Co AM)

Bilbault führt dies auf einen strukturellen Wandel zurück: Die Sanktionen gegen russische Vermögenswerte hätten Länder, die weiterhin Handelsbeziehungen mit Moskau unterhielten, dazu veranlasst, ihre Zentralbankreserven zu diversifizieren – weg vom Dollar, hin zu physischem Gold. «Zentralbanken halten inzwischen mehr Gold als US-Treasuries», stellt der Portfoliomanager fest. Die Attraktivität des Edelmetalls erkläre sich neben seinem Status als sicherer Hafen vor allem durch die Tiefe des globalen Goldbestands, den der World Gold Council auf rund 35 Billionen Dollar schätzt, sowie durch seine Liquidität.

In den vergangenen anderthalb Jahren kamen weitere Treiber hinzu: nachlassender Inflationsdruck, der Beginn geldpolitischer Lockerungen und – nicht zuletzt – ein wachsendes Misstrauen gegenüber der Fiskalpolitik und Solvenz westlicher Regierungen. All das habe den Goldpreis auf Rekordniveau getrieben, so Bilbault.

Die Branche hat ihre Lektion gelernt

Was die Goldminen von früheren Zyklen unterscheidet, ist laut Bilbault vor allem eines: Disziplin. Lange Zeit hätten Minenkonzerne versucht, ihre Produktion um jeden Preis auszuweiten, was zu steigenden Kosten und wachsender Verschuldung geführt habe. Der Anstieg des Goldpreises sei deshalb kaum bei den Bewertungen angekommen. Heute sehe das Bild fundamental anders aus.

Die Restrukturierung der Branche über die vergangenen 15 Jahre trägt Früchte. Der inflationsbedingte Kostendruck, der 2021 einsetzte, habe sich wieder entspannt. Der operative Hebel, der in Inflationsphasen zum Hauptbelastungsfaktor geworden war, arbeite nun in die entgegengesetzte Richtung und habe den Unternehmen 2025 Rekordmargen beschert. «Dank des Schuldenabbaus wirkt sich der Anstieg des Goldpreises jetzt deutlich direkter auf die Nettogewinne der Unternehmen aus», erklärt Bilbault. Der kumulierte freie Cashflow der Branche belaufe sich auf rund 25 Milliarden Dollar – ein beispielloser Wert, der über Dividenden und Aktienrückkaufprogramme an die Aktionäre zurückfliesst.

Günstig trotz 120 Prozent Kursgewinn

Was auf den ersten Blick widersprüchlich klingt, untermauert Bilbault mit Zahlen: Obwohl der Sektor im Jahr 2025 um mehr als 120 Prozent zulegte, seien Goldminenaktien nicht teurer geworden. Die Bewertungsniveaus hätten sich stabilisiert, weil die Gewinne mit den Kursen Schritt gehalten hätten. Die durchschnittliche Free-Cashflow-Rendite im Sektor liege bei rund acht Prozent – gegenüber sechs Prozent bei S&P-500-Unternehmen. Gleichzeitig lägen die Bewertungen 20 bis 30 Prozent unter dem Gesamtmarkt.

«Sowohl relativ als auch absolut betrachtet bleibt der Sektor hochattraktiv», bilanziert der Rothschild-Portfoliomanager. Dennoch seien die meisten Investoren ausserhalb der Spezialistenzirkel in Goldminen untergewichtet – obwohl seit rund neun Monaten signifikante Umschichtungen zu beobachten seien. Kapital fliesse sowohl in Minenaktien als auch in physisch hinterlegte Gold-ETFs. Diese Investments böten Alternativen zu gut bewerteten, aber teuren Märkten. Allerdings, so Bilbault, profitierten ETF-Anleger nicht von den Renditen, die Minenunternehmen derzeit erwirtschafteten.

Kleine Minen, grosse Chancen

Bilbault verwaltet den Fonds R-co Gold Mining, der 2025 eine Performance von 122 Prozent erzielte und aktuell mehr als 600 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen ausweist. Was den Fonds von der Konkurrenz unterscheide, sei neben dem Engagement in den grossen Minenkonzernen eine bewusste Diversifikation in kleinere Explorationsunternehmen. Diese böten erhebliches langfristiges Wertschöpfungspotenzial und würden vom Markt häufig übersehen.

Der gesamte Goldminensektor sei mit einer Marktkapitalisierung von rund 700 Milliarden Dollar nach wie vor ein Nischenmarkt – weniger als 20 Prozent der Marktkapitalisierung eines einzelnen Unternehmens wie Alphabet, ordnet Bilbault ein. Die Konsolidierung der Branche durch Fusionen in den vergangenen Jahren habe zwar die Profitabilität erhöht, verstärke aber zugleich die Attraktivität kleinerer und mittlerer Titel. «Die Rationalisierung des Sektors durch Übernahmen verstärkt das Argument, sich in Small und Mid Caps zu positionieren», argumentiert der Fondsmanager.

Warum Gold weiter steigen könnte

Die jüngste Korrektur am Goldmarkt täusche über die strukturellen Treiber hinweg, meint Bilbault. Ein ganz fundamentaler Faktor: Gold werde schlicht schwieriger zu finden. In den 2000er-Jahren habe man aus einer Tonne Gestein noch zwei Gramm Gold gewinnen können – heute liege der Wert näher bei einem Gramm. Dieses sinkende Angebot bei gleichzeitig steigender Nachfrage stütze den Preis strukturell.
Hinzu kämen die unverändert zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten – vom anhaltenden Konflikt in der Ukraine über die erhöhten Spannungen mit Iran bis zur Frage, wer künftig an der Spitze der Fed stehen wird. In diesem Umfeld behalte physisches Gold seine Rolle als sicherer Hafen, der nicht mit den Finanzmärkten korreliert.

«Der Ausblick bleibt auch für Goldminenunternehmen positiv – mit beispiellosen operativen Margen, nachlassendem Inflationsdruck und sinkenden Energiepreisen», fasst Bilbault zusammen. Die Cashflows seien robust und dürften langfristig hoch bleiben, was sowohl den Goldpreis als auch die Unternehmensmargen stütze. Rücksetzer wie die jüngste Korrektur seien daher keine Warnsignale, sondern Kaufgelegenheiten. «Die Fundamentaldaten haben sich nicht verändert – weder für Gold noch für die Goldminenindustrie», betont der Portfoliomanager.

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