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Japan: Was bedeutet der Wahlausgang für Investoren?

Sanae Takaichis Liberaldemokratische Partei gewinnt Zwei-Drittel-Mehrheit im Unterhaus. Analysten von Aberdeen Investments sehen nun Chancen für Wachstum, Investitionen und Yen-Stärke.

10.02.2026, 07:22 Uhr

Redaktion: asc

Die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) Japans hat bei den Unterhauswahlen einen historischen Erdrutschsieg errungen und 316 der 465 Sitze gewonnen. Das ist die höchste Zahl an Sitzen, die jemals von einer Partei im Nachkriegsjapan erreicht wurde. Dieser überwältigende Sieg verschafft Premierministerin Sanae Takaichi den politischen Spielraum, um ihre wachstumsorientierte Agenda voranzutreiben. Das geht aus einer Analyse von Aberdeen Investments hervor.

Wachstumsorientierte Agenda mit Schwerpunkt Technologie

«Dieser Sieg verschafft Sanae Takaichi den Spielraum, ihre wachstumsorientierte Agenda voranzutreiben», erklärt Hisashi Arakawa, Leiter Japan-Aktien bei Aberdeen Investments. Zu den geplanten Massnahmen gehören expansive Staatsausgaben und strategische Investitionen in Halbleiter, künstliche Intelligenz, Energiesicherheit, Verteidigung und Schiffbau.

Auch eine vorübergehende Aussetzung der 8-prozentigen Verbrauchssteuer wird diskutiert, um den Binnenkonsum zu stärken. Im Bereich Unternehmensführung prüft die Financial Services Agency Berichten zufolge eine Änderung des Corporate-Governance-Codes und drängt Unternehmen, überschüssige Mittel stärker in ihre eigenen Geschäfte zu investieren.

Fiskalische Disziplin trotz Supermehrheit

Die Zwei-Drittel-Mehrheit ermöglicht es Takaichi theoretisch, das Oberhaus bei Gesetzesvorhaben zu überstimmen. Doch Sree Kochugovindan, Senior Research Economist bei Aberdeen Investments, warnt vor falschen Erwartungen: «Die LDP ist fiskalisch konservativ, und Takaichi berücksichtigt die Interessen der Anleiheinvestoren sorgfältig.» Kochugovindan sieht auch die Gefahr, dass eine Senkung der Verbrauchssteuer kommt, als gering an.

Das Verhältnis von Staatsschulden zu BIP ist seit der Pandemie stetig gesunken, und das aktuelle Fiskal- und Wirtschaftspaket werde diesen Trend fortsetzen. Takaichis Aussagen nach der Wahl unterstreichen diese vorsichtige Haltung: Sie kündigte zwar an, die Diskussionen über eine temporäre zweijährige Lebensmittelsteuer-Senkung zu beschleunigen, betonte jedoch gleichzeitig die Bedeutung einer nachhaltigen Fiskalpolitik. Takaichi stellte zudem klar, dass sie im Kontext der Vorteile eines schwachen Yen falsch zitiert wurde, und betonte, dass sie eine Wirtschaft aufbauen möchte, die Währungsschwankungen standhält – eine wichtige Klarstellung für die Devisenmärkte.

Yen-Stärke und Interventionsbereitschaft

Finanzministerin Satsuki Katayama signalisierte zwar eine Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen, sollte der Yen zu stark unter Druck geraten. Sie betonte die enge Abstimmung mit Washington und fiskalische Disziplin mit Blick auf die Marktstimmung bei Staatsanleihen. «Mittelfristig erwarten wir eine Yen-Stärke, da sich die Fundamentaldaten in Richtung einer stärkeren Währung verschieben», so der Japan-Analyst von Aberdeen Investments. Die Märkte für japanische Staatsanleihen müssten überzeugt werden, dass das Verhältnis von Schulden zu BIP auf Kurs bleibe.

Positive Aussichten für Qualitätsunternehmen

Trotz kurzfristiger Risiken wie steigender Renditen japanischer Staatsanleihen und geopolitischer Spannungen mit China bleibt das makroökonomische Umfeld Japans laut Aberdeen günstig. Lohnwachstum, stabiler Konsum und strukturelle Reformen stützen nachhaltig Markt und Unternehmensgewinne. «Wir glauben, dass die Aussichten für Qualitätsunternehmen positiv bleiben, da der Markt zunehmend Unternehmen belohnt, die nachhaltige Gewinne erzielen und sich flexibel an ein sich wandelndes Umfeld anpassen können», so der Leiter des Japan-Teams.

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