Nordea mit Multi-Boutique Ansatz erfolgreich

José Machi, Head Global Fund Distribution Switzerland
José Machi, Head Global Fund Distribution Switzerland

Nach fünf Jahren Multi-Boutique Ansatz zieht José Machi eine positive Bilanz: Der exklusive Zugang zu den internen Nordea-Kompetenzen und den Strategien von 17 externen Investmenthäusern erzielt Mehrwert.

06.02.2013, 08:05 Uhr

Redaktion: cw

Herr Machi, bis vor fünf Jahren hat Nordea im Fondsbereich die Fonds selbst verwaltet und dann einen Strategiewechsel zur Multi-Boutique vollzogen.
José Machi: Das stimmt so nicht ganz. Wir sind bereits 1997 die erste Zusammenarbeit mit einer externen Boutique in den USA eingegangen. Seit 2007 setzen wir konsequent auf interne und externe Boutiquen.

Weil man intern nicht die entsprechenden Kapazitäten hat?
Nordea ist von der Grösse her in der Lage, jede Strategie zu managen. Wir sind die führende Bank im nordischen Raum und verwalten Assets von mehr als 200 Milliarden Euro. Vor wenigen Wochen hat das Magazin „The Banker“ Nordea zur besten Bank Westeuropas gekürt. Das heisst aber nicht, dass wir in jeder Anlagekategorie und in jedem Markt über die fähigsten Manager Inhouse verfügen. Das ist aber genau das, was die Kunden von uns erwarten: Best in Class Produkte. Denn nur so können wir Alpha generieren und uns im Markt differenzieren.

Welche Bereiche deckt Nordea denn Inhouse ab?
Eine Kernkompetenz liegt in allen nordischen Märkten. Wir haben sowohl bei Aktien, Obligationen wie im Geldmarkt eigene Spezialisten, die Portfolios in verschiedenen nordischen Ländern vor Ort betreuen. Globale Strategien, Europäische Bonds und europäische Aktien werden bei Nordea gemanaged, ebenso die Multi-Asset-Strategien und die Themenfonds. Diese Teams werden intern wie eigene Boutiquen geführt und erhalten einen grossen Freiheitsgrad.

Und wo kommen die externen Manager zum Einsatz?
Vom Markt werden an uns laufend weitere Bedürfnisse herangetragen, für die wir selbst nicht immer die besten Teams haben. So zum Beispiel für die USA und die Emerging Markets. Als aktive Manager sind wir überzeugt, dass es ein hohes Commitment, jahrelange Erfahrung und einen entsprechenden Track Record braucht. Diese Fähigkeiten finden sich meist in kleineren, sehr spezialisierten Boutiquen irgendwo auf der Welt.

Aber in diese Boutiquen könnte ich ja als Investor direkt investieren.
Unsere Aufgabe besteht darin, diese Talente aufzuspüren. Für die gewählten Strategien haben wir mit den Investmentboutiquen exklusive Vertriebsvereinbarungen. Wir öffnen damit für den Investor kaum zugängliche Strategien. Wir kombinieren das „Big“ von Nordea und die „Boutique“ des Asset Managers zu UCITS-Fonds, die für die hiesigen Investoren massgeschneidert sind.

Geben Sie uns ein paar Beispiele.
Der Nordea 1 - European Value Fund wird von Tom Stubbe Olsen von European Value Partners verwaltet, und das seit nunmehr 15 Jahren. Der Fonds hat ein Volumen von knapp einer Milliarde Euro und lag in den letzten fünf Jahren 15 % über der Benchmark. Im Sektor High Yield arbeiten wir mit MacKay Shields in den USA und Capital Four in Europa zusammen. In den verschiedenen High Yield Fonds verwaltet Nordea mehr als fünf Milliarden Franken. Dann ist es uns gelungen, mit Jeff Gundlach von DoubleLine Capital eine Zusammenarbeit im US-Mortgage-Bondbereich zu vereinbaren.

Und von welchen Grössenordnungen sprechen wir insgesamt?
In den vergangenen Jahren haben wir 17 externe Boutiquen auf unsere Investmentplattform aufgenommen: Neun im Bereich Aktien, wobei sechs für Emerging Markets, sechs im Bereich Credits und je eine für Total Return und für Real Estate. Auf der Luxemburger Nordea 1 UCITS Plattform sind heute über 60 Fonds registriert. Ende Januar waren davon 51 in der Schweiz zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.

Und wo stellten Sie das grösste Wachstum fest?
Was die Anzahl neuer Produkte betrifft, im Sektor Emerging Markets. Die Verlagerung der Wirtschaftskraft in diese Länder hat die Nachfrage nach Anlagemöglichkeiten erhöht. Gemessen am Zuwachs der Assets war in den letzten Jahren der Bondbereich die stärkste Kategorie. Vor allem die nordischen Bonds als sichere Alternativen haben Rekordzuflüsse registriert, ebenso die High Yield Fonds.

Konsolidierung ist bei Nordea kein Thema?
Grundsätzlich kann man mit neuen Produkten, die einen Mehrwert bieten, sehr erfolgreich agieren. Das müssen gar keine exotischen Anlagekategorien sein. Die grössten Mittelzuflüsse haben Strategien von Managern, die in einem klassischen Markt nachhaltig outperformen.

Und welche neuen Produkte kann man von Nordea erwarten?
Gegenwärtig sind dreizehn neue Produkte, vor allem in den Bereichen Emerging Market Bonds und US Aktien, im Prozess der Registrierung.

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