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Nächstes Alarmzeichen aus Argentinien

Die Krise in Argentinien spitzt sich zu, die Teuerung stieg im März auf 104 Prozent. (Bild Shutterstock/Nora Claudia Mazzini)
Die Krise in Argentinien spitzt sich zu, die Teuerung stieg im März auf 104 Prozent. (Bild Shutterstock/Nora Claudia Mazzini)

Die Währung fällt auf ein Rekordtief, gleichzeitig ist die Inflationsrate dreistellig. Nun verkündet die argentinische Zentralbank einen Zahlungsaufschub für Dienstleistungen und Frachttransporte aus dem Ausland und erhöht den Leitzins auf 81 (!) Prozent.

21.04.2023, 12:12 Uhr
Notenbanken

Redaktion: sw

Die nach Brasilien zweitgrösste Volkswirtschaft Südamerikas kämpft seit langem mit einer schweren Finanzkrise. Eine historische Dürre hat die Lage in den vergangenen Monaten verschärft, da durch Ernteausfälle die Agrarexporte niedriger ausfallen als gewöhnlich und dadurch beträchtliche Dollarsummen nicht wie sonst ins Land strömen.

Die Mitte-Links-Regierung von Präsident Alberto Fernandez hat mit zahlreichen Massnahmen versucht, den Zufluss ausländischer Devisen anzukurbeln und die stetig schwächer werdende Landeswährung Peso zu stützen, bisher ohne durchschlagenden Erfolg.

Der jüngste Schritt der Zentralbank soll das Ausbluten stoppen und die Abwanderung von ausländischem Kapital eindämmen. Die Zentralbank hat eigenen Angaben zufolge «Massnahmen genehmigt, die zusammen einen Aufschub von Zahlungen in Fremdwährung in Höhe von zwei Milliarden Dollar bis zum Ende des Jahres bedeuten».

Zuvor war die argentinische Landeswährung auf dem Parallelmarkt auf ein Rekordtief von 438 Pesos pro Dollar gesunken. Der streng kontrollierte offizielle Wechselkurs liegt dagegen bei 218 Pesos je Dollar.

Die Zentralbank erhöhte zudem ihren Leitzins von 78 auf 81 Prozent und damit stärker als von Ökonomen erwartet. Sie will damit die Inflation eindämmen, nachdem die Jahresteuerungsrate im März auf 104 Prozent gestiegen war. Eine Umfrage der Zentralbank prognostiziert, dass die Inflationsrate in diesem Jahr auf 110 Prozent steigen könnte. Die Ökonomen der Bank JP Morgan halten sogar 130 Prozent für möglich.

Fondmanager Anthony Bailly von Rothschild & Co Asset Management. (Bild pd)

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