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Gold schlägt ein neues Kapitel auf

Dauern die unruhigen Zeiten an, dürfte Gold im neuen Jahr noch mehr glänzen. (Bild: Shuttertock.com/r.classen)
Dauern die unruhigen Zeiten an, dürfte Gold im neuen Jahr noch mehr glänzen. (Bild: Shuttertock.com/r.classen)

Das gelbe Metall ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Von etwas mehr als 1800 Dollar pro Unze kletterte der Goldpreis kurzfristig über 2100 Dollar und verteidigt seither die 2000er Marke. Nicht ganz mithalten konnten Goldaktien – noch nicht, sagt Imaru Casanova, Portfoliomanagerin und Goldexpertin von VanEck.

19.12.2023, 17:28 Uhr
Edelmetalle

Redaktion: hf

Das Gold hat dieses Jahr, vor allem in den jüngsten Monaten, seine historische Rolle als sicherer Hafen bestätigt. Das Edelmetall dient als Absicherung gegen Marktunsicherheiten, Volatilität und geopolitische Risiken sowie als Vermögenswert, der in Zeiten erhöhter Risiken und Ängste Schutz bietet.

Davon hat es auch in diesem Jahr nicht gefehlt, man denke nur an die Eskalation in Nahost. Unterstützt wird der Goldpreis seit Oktober zusätzlich durch die Erwartung, dass die US-Notenbank bald mit Zinssenkungen beginnen könnte.

«Wir sehen die Aussichten für den Goldpreis im Jahr 2024 und darüber hinaus positiv. Gold scheint eine starke Unterstützung im Bereich von 1.900 USD bis 2.000 USD gefunden zu haben. Dies ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Anlegernachfrage, die sich an den Beständen der börsengehandelten Goldfonds ablesen lässt, kontinuierlich zurückgegangen ist», schreibt Imaru Casanova in ihrem jüngsten Goldkommentar.

Sanfte oder harte Landung?

Täglich versuchten die Märkte zu erfahren, ob eine sanfte Landung der Wirtschaft möglich ist. Die Goldexpertin vom ETF-Spezialisten VanEck erwartet eher das Gegenteil: «Wir glauben, dass wir uns dem Punkt nähern, an dem die US- und die Weltwirtschaft unter dem Druck der hohen Zinssätze und der Belastung durch nicht nur einen, sondern jetzt tragischerweise zwei Kriege eine deutlichere Verlangsamung erfahren.»

Diese Faktoren, so Casanova, dürften zu einem Rückgang der Unternehmensgewinne führen, gefolgt von einer Korrektur an den Aktienmärkten, einem schwächeren Arbeitsmarkt und einer höheren Arbeitslosenquote.

Die Inflation hat sich zwar abgeschwächt, bewegt sich in den USA und im Euroraum aber nach wie vor über dem 2 Prozentziel von Fed und EZB. Unternehmen und Haushalte werden durch die Teuerung weiterhin belastet.

Die Inflation wuchert weiter

Für Vermögensverwalter vanEck besteht das Risiko, dass die Rückführung der Inflation auf 2 Prozent ein langwieriger Prozess sein könnte. Zumindest war dies in der Vergangenheit der Fall. «Wir sind der Meinung, dass, wenn diese Risiken für die Märkte offensichtlicher werden und es noch wahrscheinlicher wird, dass sie sich negativ auf das Finanzsystem auswirken, Gold davon profitieren wird.»

Für 2024 bestehe die reale Möglichkeit, dass Gold die Allzeithochs von 2075 Dollar pro Unze aus dem 2020 und von 2135 Dollar, zuletzt erreicht Anfang Dezember, «austestet und durchbricht.»

Goldminenaktien im Rückstand

Dabei verweist Goldexpertin Casanova auf einen vielleicht noch wichtigeren Umstand, wie sie schreibt: Goldaktien seien nach Ansicht des Hauses gut positioniert, um von anhaltenden, rekordhohen Goldpreisen zu profitieren, da die Anleger nach einem gehebelten und diversifizierten Engagement ins Edelmetall suchten

Mit rund 1935 Dollar pro Unze ist der durchschnittliche Goldpreis in diesem Jahr so hoch wie noch nie im Jahresdurchschnitt. Die Goldunternehmen produzierten währenddem im Durchschnitt zu All-in-Sustaining-Costs von ca. 1300 USD pro Unze, erklärt Casanova.

Unwirtliches Umfeld

Die hohe Inflation habe zwar in den letzten Jahren die Gewinnspannen beeinträchtigt, aber die Kosten scheinen unter Kontrolle zu sein, und die Goldunternehmen erwirtschafteten einen hohen freien Cashflow. Insgesamt blieben die Unternehmen diszipliniert und sind nicht gewillt, die Produktion oder die Reserven um jeden Preis zu steigern.

Ein neues Kapitel für Gold und für Goldminenaktien, wie Spezialistin Casanova erwartet? Mit Blick auf die anhaltenden geopolitischen Spannungen, die noch nicht gebändigte Inflation und die niedrigen Realzinsen liegt sie eher richtig als falsch.

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