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Rothschild & Co sichert sich dank Übernahme von Marcard, Stein & Co eine deutsche Banklizenz

Rothschild & Co erwirbt die deutsche Traditionsbank Marcard, Stein & Co (Bild: Marcard, Stein & Co)
Rothschild & Co erwirbt die deutsche Traditionsbank Marcard, Stein & Co (Bild: Marcard, Stein & Co)

Rothschild & Co hat heute den Erwerb sämtlicher Anteile an Marcard, Stein & Co unterzeichnet – einer auf Family-Office-Dienstleistungen spezialisierten Hamburger Privatbank, die als einzige Privatbank in Deutschland ihre gesamte Expertise auf das Kerngeschäftsfeld Family Office konzentriert und dabei über eine Vollbanklizenz verfügt. Verkäufer ist das Bankhaus M.M. Warburg & CO, zu dem Marcard seit 1998 gehört.

15.06.2026, 14:49 Uhr
Banken

Redaktion: asc

Mit der Transaktion erwirbt Rothschild & Co eine vollwertige deutsche Banklizenz. Das ist ein wichtiger Schritt im Aufbau einer umfassenden Banking-Plattform im deutschsprachigen Raum. Deutschland gilt für Rothschild & Co als strategisch relevanter Kernmarkt, den die Gruppe in den vergangenen Jahren mit einem Ausbau des Investmentangebots sowie einer neuen Führungsstruktur für das Wealth-Management-Geschäft weiterentwickelt hat.

Marcard, Stein & Co beschäftigt am Hauptsitz in Hamburg rund 84 Mitarbeitende und ist neben dem Family-Office-Kerngeschäft als Zahl- und Informationsstelle für mehr als 300 ausländische Investmentfonds tätig. Die Wurzeln des Hauses reichen bis ins Jahr 1790 zurück – das Bankhaus J.H. Stein in Köln gilt als einer der Vorgänger der heutigen Institution.

Ausbau hier, Konzentration da

François Pérol, Managing Partner von Rothschild & Co, betonte die strategische Logik der Übernahme: «Deutschland ist ein wichtiger Markt für Rothschild & Co, und die Übernahme von Marcard, Stein & Co, einer der führenden Multi-Family-Office-Banken in Deutschland, unterstreicht unseren Anspruch, unser Wealth-Management-Geschäft im Land weiter auszubauen.» Die kulturelle Übereinstimmung beider Häuser und der Erwerb der Banklizenz ermöglichten eine ganzheitlichere Kundenbegleitung.

Stephan Schrameier, Mitglied des Vorstands von M.M. Warburg & CO, erklärte den Verkauf mit einer strategischen Fokussierung: «Im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung haben wir uns entschieden, unseren Fokus weiter auf unsere Kernbankaktivitäten zu schärfen und die Komplexität zu reduzieren.»

Thomas Fischer, CEO von Marcard, Stein & Co, der das Family-Office-Geschäft über 25 Jahre aufgebaut und die Bank als vertrauenswürdigen Partner für zahlreiche Unternehmerfamilien etabliert hat, hob den Mehrwert für bestehende Kunden hervor: «Durch den Zusammenschluss mit Rothschild & Co profitieren sie von einem echten internationalen Netzwerk und einem erweiterten Leistungsspektrum, während sie weiterhin von der objektiven und unabhängigen Beratung profitieren, die unseren Ansatz prägt.»

Konsolidierung im deutschen Privatbankensegment

Die Transaktion fügt sich in eine anhaltende Konsolidierungswelle im deutschen Wealth-Management-Markt ein, in dem spezialisierte Multi-Family-Office-Einheiten zunehmend in den Fokus grösserer internationaler Finanzgruppen geraten. Rothschild & Co Bank verzeichnete zuletzt ein verwaltetes Vermögen von 35,1 Milliarden Franken – ein Rekordhoch – mit Nettoneugeldzuflüssen von 1,3 Milliarden Franken. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigungen.

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