Kollektivanlagen im Dienst der Realwirtschaft

In der Fondsindustrie gewinnen Themen wie Long-term Saving für den Endanleger zum einen und Long-term Financing der Wirtschaft zum andern vermehrt an Bedeutung. Unlängst ist mit dem so genannten ELTIF (European Long-term Investment Fund) auch die EU auf den Zug aufgesprungen. Finanzierungsfragen stehen denn auch im Rahmen der CMU-Initiative (EU Capital Market Union) im Mittelpunkt. Eine Chance für das Fondsgeschäft – ja, nein, weshalb? Das Bewusstsein soll gestärkt werden, dass Fonds sich neben den Anlage- resp. Anlegerinteressen langfristig auch Finanzierungs- und Förderaufgaben verpflichten und damit vermehrt volkswirtschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Damit würde der klassische Fonds vor ganz neuen, dennoch aber eigentlich naheliegenden Aufgaben stehen. Welche Problemstellungen ergäben sich daraus? Welche Anpassungen in der Grundausstattung von Kollektivanlagen würden damit einhergehen? Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Anreizsysteme wären anzupassen resp. neu zu schaffen. In welche Richtung? Sind die Interessen von Anbietern und Nachfragern überhaupt unter einen Hut zu kriegen? Wäre das nicht eine Chance, Fonds im Rahmen der Gesamtwirtschaft eine ganz neue Zukunft zu bescheren? Im Dienst der Realwirtschaft hätten Fonds ein erweitertes Tätigkeitsfeld, was in der breiten Öffentlichkeit sicher zu mehr Identifizierbarkeit und Akzeptanz beitragen könnte. Es gilt, Anlegen mit Finanzieren vermehrt noch als bisher in Verbindung zu bringen und den Investoren auch ein gewisses Mass an Mitverantwortung zu übertragen. Die Interessenlagen von Anbietern und Nachfragern werden sich damit zwar nicht vollständig angleichen, dennoch aber ein Stück weit einander annähern; sicher kein schlechter Ansatz, um verloren gegangenes Terrain – sprich: Anlegervertrauen – wieder zurückzugewinnen und den Fondsgedanken in der Öffentlichkeit breiter abzustützen.

Datum: 24.11.2020, 18:30 - 19:45 Uhr
Organisator: Friends of Funds
Ort: Hotel Glockenhof
Adresse: Sihlstrasse 31, 8001 Zürich
Kosten: CHF 50