Liebestollerei birgt Gefahren

Bild: Unsplash
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Liebe macht bekanntlich blind – das gilt für Nick Clay von BNY Mellon IM auch für Aktien. Umso wichtiger sei es, bei der Anlage in Dividendentitel die rosarote Brille abzulegen. Sein Ratschlag lautet, in Qualitätsunternehmen zu investieren.

13.02.2019, 14:49 Uhr

Redaktion: ase

"Anleger, die sich einmal für eine Aktie entschieden haben, handeln oft wie Verliebte. Wenn der Kurs steigt, neigt man dazu, die höhere Bewertung zu rechtfertigen, um den Titel im Portfolio zu halten", sagt Nick Clay, Manager des BNY Mellon Global Equity Income Fund bei Newton IM (eine Boutique von BNY Mellon IM). Man wolle sich nicht von seinen Gewinner-Aktien trennen. Aber tatsächlich erhöhe sich die Verlustgefahr überproportional. "Wenn die Hoffnung am grössten ist, sind auch die Risiken am höchsten wie wir am Kursverlauf der FAANG-Titel im letzten Jahr gesehen haben", so Clay. Erreiche die Stimmung an den Märkten einen Tiefpunkt, seien die Risiken dagegen klein, so wie etwa im Jahr 2009.

Statistisch gesehen eröffne ein asymmetrisches Risiko-Ertragsprofil dem Anleger zwar einen Sicherheitspuffer gegenüber einer ungewissen Zukunft, führt Clay aus. Sobald der Markt jedoch drehe, sei das Potenzial für Enttäuschungen gross. "Das Einzige, was gegen zu viel Gefühl bei der Geldanlage hilft, ist Disziplin", erklärt der Portfoliomanager. Eine Investment-Disziplin sei demnach essenziell, um sich vor einem gebrochenen Herzen zu schützen.

"Anleger sollten sich auf Qualitätsunternehmen wie Richemont and Cisco Systems konzentrieren, die aufgrund eines asymmetrischen Risiko-Ertragsprofils neben dem Kapitalwachstum nachhaltig Dividenden ausschütten und so eine hohe Gesamtrendite generieren", meint Clay. Das Risiko-Ertragsprofil sei bei Qualitätsunternehmen erfahrungsgemäss zwar eher gering, doch in einem zyklischen Markt könnten diese in den Sog der Abwertung anderer Titel geraten und dann Einstiegschancen bieten.

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