Europäische Dividendentitel bieten 2015 attraktive Kaufgelegenheiten

Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique, ING Investment Management
Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique, ING Investment Management

Die europäischen Aktienkurse spiegeln das QE-Programm der EZB noch nicht in vollem Umfang wider. Zudem dürften sich im Zuge der lebhafteren Wachstumsentwicklung weltweit die Gewinnspannen der Unternehmen verbessern. Für die Dividenden ist das günstig.

16.03.2015, 09:57 Uhr

Redaktion: kgh

Die Aktiengewinne in Europa liegen immer noch um 30 Prozent unter ihrem Höchstwert von 2007, während die Gewinne auf US-Aktien ihren letzten Spitzenwert mittlerweile um 20 Prozent überschritten haben. Diese Lücke wird sich allmählich schliessen, sofern die EZB bei ihrer lockeren Geldpolitik bleibt. Zudem wird der fallende Euro die Exporte ankurbeln und zum Umsatzwachstum in Europa beitragen.

Eine weitere Lücke, die sich allmählich schliesst, ist das Gefälle zwischen europäischen Aktien (3,3 Prozent) und Bundesanleihen (0,39 Prozent), das in etwa 90 Prozent des Standes von September 2008 entspricht, als diese Differenz am stärksten ausgeprägt war. Nach ING IMs Ansicht gibt es immer noch Gelegenheiten, diese Lücke zu nutzen, bevor sie sich weiter schliesst. Nach ihrem dürftigen Abschneiden in 2014, die teilweise sogar zur Einpreisung einer Rezession führte, sind Zykliker jetzt besonders attraktiv.

Dazu Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique bei ING IM: „Im Vergleich zu konjunkturunabhängigen Werten haben die Dividendenrenditen bei Zyklikern jetzt ihren höchsten Stand in diesem Jahrzehnt erreicht. Die Erfahrungen in den USA, Grossbritannien und auch Japan haben gezeigt, dass Zykliker im Umfeld einer QE outperformen. Ihre Gewinne legen bereits zu, das war auch der Grund für die Erholung bei der Gewinnentwicklung im dritten Quartal 2014.“

„Der wertorientierte Anlagestil hat in den letzten sechs Monaten weniger gut abgeschnitten. Grund waren die weltweite konjunkturelle Stagnation, fallende Rohstoffpreise und wachsende geopolitische Spannungen. Dadurch verlagerte sich das Anlegerinteresse von riskanteren Sektoren wie Energie und Grundstoffe sowie Small Caps hin zu qualitativ hochwertigen Wachstumssektoren, wie Konsumgüter und Healthcare. Doch das aktuelle Umfeld bietet günstige Kaufgelegenheiten. Die Kursdynamik ist gestiegen und die führenden defensiven Titel haben mittlerweile solch extreme Bewertungsniveaus erreicht, dass einige zyklische Sektoren gutes Momentum entwickeln und in diesem Jahr Wachstum erleben dürften, gerade in den Bereichen Banken und Grundstoffe.“

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