Wenig Abflüsse bei den Schweizer Fonds

Im Durchschnitt über alle Fonds resultierte eine negative Rendite von über 13%. Die Abflüsse hielten sich trotzdem in engen Grenzen. (Bild Shutterstock/Immersion Imagery)
Im Durchschnitt über alle Fonds resultierte eine negative Rendite von über 13%. Die Abflüsse hielten sich trotzdem in engen Grenzen. (Bild Shutterstock/Immersion Imagery)

Die Netto-Geldabflüsse bei allen Schweizer Fonds summierten sich 2022 auf 5 Milliarden Franken. Im vierten Quartal zeigte sich eine Trendwende.

26.01.2023, 09:31 Uhr

Redaktion: sw

Das schwierigste Anlagejahr seit 2008 hat sich im Schweizer Fondsmarkt entsprechend ausgewirkt: Ende 2022 hatten Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz 1‘325 Milliarden Franken in Anlagefonds investiert. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 209,6 Milliarden Franken oder 13,7%. Das vom Krieg in der Ukraine, Inflation und einer Zinswende geprägte Anlagejahr liess das Volumen im Schweizer Fondsmarkt somit auf den Stand von Mitte 2019 zurückfallen, heisst es in einer Mitteilung derAsset Management Association Switzerland.

Der Rückgang war in erster Linie eine Folge von Performanceverlusten. Diese machten allein 204,6 Milliarden oder 13,3% aus. «In engen Grenzen hielten sich über das gesamte Jahr hinweg die Netto-Geldabflüsse», heisst es weiter. Ende 2022 beliefen sich diese auf 5 Milliarden Franken, wobei sich im Laufe des vierten Quartals eine Trendwende mit Netto-Geldzuflüssen zeigte, die auch wieder die Aktien- und Obligationenfonds betrafen. Gesamthaft verzeichnete der Schweizer Fondsmarkt zwischen Oktober und Dezember wieder Zuflüsse von 4,6 Milliarden Franken.

«Der Fondsstandort Schweiz hat in einem der schwierigsten Anlagejahre überhaupt trotz Volumenrückgang seine Stärken bewiesen. Anlegerinnen und Anleger bewahrten trotz der zeitweise heftigen Marktverwerfungen Ruhe und passten ihre Asset Allocation entsprechend an», sagte Adrian Schatzmann, Geschäftsführer der Asset Management Association Switzerland (AMAS). «Im 4. Quartal und auch nach Jahresbeginn liess sich wieder eine höhere Bereitschaft zur Risikonahme beobachten.»

Gefragter Geldmarkt

Über das ganze Anlagejahr hinweg blieben die Geldmarktfonds gesucht. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Liquidität von Anlegerinnen und Anlegern äusserte sich in Netto-Zuflüssen von 20,1 Milliarden Franken.

Ein kleines Plus gab es 2022 nur noch in der Kategorie Anlagestrategie- (+2,8 Milliarden Franken) und Immobilienfonds (+141 Millionen Franken).

Die tiefsten Spuren hinterliessen die Marktverwerfungen in den beiden grössten Anlageklassen Aktien und Obligationen. Die Performance bei Aktienfonds sank im Schnitt um 20,7%, jene bei Obligationenfonds um 12.3%. Die Netto-Geldabflüsse summierten sich auf 7,3 Milliarden Franken respektive 18,0 Milliarden Franken.

An der Hierarchie der wichtigste Schweizer Fondsanbieter hat das Jahr 2022 nichts geändert: Die UBS bleibt an der Spitze, gefolgt von der Credit Suisse und Swisscanto. Laut den offiziellen Zahlen haben dabei Swisscanto, Blackrock und auch Pictet jeweils Marktanteile gewonnen, während UBS und Credit Suisse leicht an Boden verloren haben.

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