Renditeerwartungen treiben Anleger zu Private Assets

Private Assets, wie beispielsweise Infrastrukturfinanzierungen, helfen Investoren, die Renditeerwarungen zu erfüllen.  (Bild: Shutterstock.com/Sterling Images)
Private Assets, wie beispielsweise Infrastrukturfinanzierungen, helfen Investoren, die Renditeerwarungen zu erfüllen. (Bild: Shutterstock.com/Sterling Images)

Investoren setzen wegen wachsender Sorgen vor geopolitischen Krisen sowie einer globalen Konjunkturabschwächung zunehmend auf Private Assets. Dies zeigen die Ergebnisse der Schroders Institutional Investor Study 2019.

30.10.2019, 05:00 Uhr

Redaktion: lek

Für die Schroders Institutional Investor Study 2019 wurden 650 institutionelle Investoren befragt, die insgesamt ein Vermögen von rund 25,4 Billionen US-Dollar verwalten. Auffallend ist, dass mit 52% im Vergleich zu den Vorjahren (2017: 32% und 2018: 44%) deutlich mehr Befragte der Meinung sind, dass lokale und internationale politische Ereignisse die Anlageperformance in den kommenden 12 Monaten beeinflussen werden. Mehr als ein Drittel der Anleger (37%) fürchtet eine globale Konjunkturabschwächung. Im Vorjahr lag dieser Wert mit 27% deutlich tiefer. Die zunehmende Verunsicherung hängt möglicherweise mit dem anhaltenden Handelsstreit zwischen China und den USA zusammen sowie dem Brexit, wie Schroders in seiner Mitteilung zur Studie schreibt.

Steigende Zinsen als grösste Einflussfaktoren

Die Umfrage zeigt, dass Anleger in steigenden Zinsen den potentiell grössten Einflussfaktor auf die Anlageperformance 2019 sehen. Im Vorjahr war dies gemäss Schroders in einem deutlich geringeren Mass der Fall. Die 2018 als besonders einflussreich eingeschätzten Faktoren - wie das Ende der unkonventionellen Geldpolitik, strengere Regulierungen und das Risiko durch Cyberattacken – haben für die Anleger in den vergangenen 12 Monaten stetig an Bedeutung verloren.

Bezüglich Vermögensallokation hat die Studie ergeben, dass institutionelle Investoren Schwellenländeranlagen (10%) in einem deutlich geringeren Mass als 2017 (15%) berücksichtigen. Das dürfte sich 2019 nicht ändern: 9% der Gesamtvermögen sollen in den kommenden 12 Monaten in Schwellenländeranlagen investiert werden. Interessant ist, dass weniger als ein Drittel der Investoren einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren hat und nur 10% über den gesamten Zeitraum investiert sind.

Renditeerwartungen sind Haupttreiber für Anlageentscheide

Mehr als die Hälfte der Anleger gibt an, dass sie mit Standardprodukten die anvisierten Renditeziele ihrer Unternehmen nicht erreichten. 52% der Anleger beabsichtigen deshalb in den kommenden drei Jahren den Anteil an Private Assets in der Vermögensallokation zu erhöhen. Als wichtigste Investitionsgründe in Private Assets wurden gemäss Schroders denn auch die höheren erwarteten Renditen so wie die dadurch erreichte grössere Portfolio-Diversifikation genannt. Innerhalb der Anlageklasse Private Assets wird Private Equity das höchste Renditepotential zugetraut: 69% der Investoren erwarten hier Renditen von mehr als 5%.

So erstaunt es auch nicht, dass rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer beabsichtigt, den Anteil von Private Equity in der Vermögensallokation zu erhöhen. Die grösste Herausforderung für Investitionen in Private Assets seien einerseits die intransparenten Gebühren und anderseits die hohen Bewertungen, so der Report zur Studie. Private Debt, Infrastrukturanlagen und Immobilien sind deutlich weniger beliebt als Private Equity.

Regionale Unterschiede bei den erwarteten Renditen

Trotz konjunktureller Unwägbarkeiten sind die Renditeerwartungen der Anleger in den vergangenen 12 Monaten konstant geblieben: 57% der Investoren antizipieren annualisierte Renditen von 5% bis 9% in den kommenden fünf Jahren. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 60%.
Allerdings zeigt die Studie auch, dass sich die Kluft zwischen "bullishen" Investoren in Nordamerika und eher vorsichtigeren Anlegern in Europa deutlich vergrössert hat: Mehr als drei Viertel der US-Investoren veranschlagen die annualisierte Rendite in den kommenden fünf Jahren auf 5% bis 9%, in Europa sind es lediglich 42%.

"In Anbetracht der geopolitischen Unsicherheiten ist die Verunsicherung bei institutionellen Investoren gut nachzuvollziehen. Dennoch ist es ermutigend zu sehen, dass trotz dieser Herausforderungen die Renditeerwartungen der Anleger - mit Ausnahme derjenigen in Europa - relativ konstant bleiben; ebenso wie die Dauer des Anlagehorizonts. Insbesondere in schwierigen Zeiten sollte davon abgesehen werden, Anlagen umzuschichten, denn dies könnte sich nachteilig auf die Portfoliorendite auswirken. Da Standardfonds in diesem herausfordernden Umfeld vorgegebene finanzielle Ziele oft nicht mehr erreichen, steigt zunehmend der Bedarf an massgeschneiderten Produkten", erklärt Andreas Markwalder, CEO von Schroder Investment Management.

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