Anstrengungen zur Inklusion von LGBT+ wirken sich positiv auf Arbeitsplatz aus

Die Akzeptanz von LGBT+ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und mehr) wirkt sich auch positiv auf den Arbeitsplatz aus. (Bild: Shutterstock.com/Angyalosi Beata)
Die Akzeptanz von LGBT+ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und mehr) wirkt sich auch positiv auf den Arbeitsplatz aus. (Bild: Shutterstock.com/Angyalosi Beata)

Die neue Deloitte-Umfrage in der LGBT+-Community weltweit zeigt: Die Mehrheit ist der Meinung, dass ihre Unternehmen der Inklusion von queeren Mitarbeitenden Priorität einräumen und dass sich dies positiv auf das Arbeitsklima auswirkt. Trotzdem: Mehr als vier von zehn Befragten haben am Arbeitsplatz diskriminierende Verhaltensweisen erlebt.

17.06.2022, 14:00 Uhr

Redaktion: rem

Viele Unternehmen in der Schweiz und anderen entwickelten Ländern räumen laut Deloitte der Inklusion von queeren Mitarbeitenden eine hohe Priorität ein – und das wirkt sich insgesamt positiv auf den Arbeitsplatz aus. Davon sind knapp 80% der 600 Befragten der neuen Deloitte-Studie «LGBT+ Inclusion@Work» überzeugt. Mehr als 70% der LGBT+-Beschäftigten sind eher geneigt, in ihrem aktuellen Anstellungsverhältnis zu bleiben, weil ihre Organisation einen aktiven Ansatz zur Integration von LGBT+ verfolgt. Dies ist laut Deloitte umso bedeutender angesichts des aktuell stark ausgeprägten Fachkräftemangels.

Sichtbare Unterstützung wichtig

De Befragten nannten die sichtbare Unterstützung durch andere Mitarbeitende (sogenannte "LGBT+ Allies") und die Förderung der internen Vernetzung und Sichtbarmachung als wichtige Voraussetzungen für eine inklusive Kultur. Trotz dieser Bemühungen berichteten 42% aller Befragten, dass sie am Arbeitsplatz nicht integrative Verhaltensweisen und Diskriminierung erleben.

"Viele Unternehmen weltweit haben in den letzten Jahren Schritte unternommen, um die Akzeptanz von LGBT+ zu verbessern und die gegenseitige Toleranz zu erhöhen. Und die queere Community schätzt dies auch. Die Bestrebungen sollten in die allgemeinen Bemühungen für Diversität, Gleichbehandlung und Inklusion eingebunden und strategisch abgestützt werden", erläutert Liza Engel, Chief People Officer von Deloitte Schweiz. Unternehmen weltweit und in der Schweiz müssten aber noch viel mehr unternehmen, um LGBT+ in ihrer Alltagskultur vollständig zu verankern. Sie müssten über einzelne Programme hinausgehen, um eine wirklich respektvolle Kultur zu schaffen, in der nicht-integratives Verhalten keine Toleranz erfährt. Alle Mitarbeitenden müssten sich am Arbeitsplatz gefahrlos outen können.

Viele Unternehmen haben Massnahmen und Initiativen eingeführt

Rund 80% der in der Umfrage Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen Massnahmen und Initiativen zur Inklusion von LGBT+ eingeführt hat. 95% von ihnen sind der Meinung, dass dies zu einer sinnvollen Unterstützung von LGBT+-Mitarbeitenden in ihrem jeweiligen Unternehmen geführt hat. Die grosse Mehrheit (93%) der bei global tätigen Unternehmen arbeitenden Befragten (55%) ist der Meinung, dass die Kommunikation auf Unternehmensebene und die Massnahmen zur LGBT+-Integration in den Unternehmen auch die LGBT+ in ihren Heimatländern stärken.

Die Studie

Für die Studie «LGBT+ Inclusion@Work» wurden 600 Personen aus Unternehmen in 12 Ländern (Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Japan, Mexiko, Niederlande, Südafrika, Vereinigtes Königreich und USA) und verschiedenen Branchen befragt. Sie liefert eine Momentaufnahme der Lebenserfahrungen von LGBT+ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und mehr) und soll helfen, deren tägliche Realität zu verstehen und aufzeigen was Unternehmen besser machen könnten. Aus der Schweiz wurde niemand befragt, die Situation sei aber vergleichbar, so Deloitte.

Diskriminierung findet nach wie vor statt

Trotz der positiven Schritte zur Unterstützung von LGBT+-Mitarbeitenden berichteten 42% der Umfrageteilnehmenden, dass sie am Arbeitsplatz nicht-integrative Verhaltensweisen erlebt haben. Zu diesen inakzeptablen Verhaltensweisen gehörten unerwünschte sexuelle Sprüche oder Witze (33%), verletzende Kommentare zur Geschlechtsidentität (25%) oder zum Aussehen (23%) sowie ungewollte körperliche Kontakte (21%). Von den Betroffenen meldeten fast drei Viertel ihre Erlebnisse dem Unternehmen, und sechs von zehn waren mit der Reaktion zufrieden.

Viele entscheiden sich immer noch dafür, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht mit der Mehrheit ihrer Kolleginnen und Kollegen zu teilen. Jede fünfte Person (19%) spricht mit niemandem am Arbeitsplatz über die eigene sexuelle Orientierung, während ein Drittel (34%) dies immerhin mit ihrem engsten Umfeld besprechen.

Für eine nachhaltig integrative Organisationen für LGBT+ müssen sich Führungskräfte laut Deloitte auf drei entscheidende Elemente konzentrieren: Dafür sorgen, dass alle Mitarbeitenden sich bei der Arbeit wohlfühlen; ein Umfeld schaffen, in dem nicht-integratives Verhalten von niemandem toleriert wird sowie die sichtbare Unterstützung fördern und kommunizieren.

In der Schweiz zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Swiss LGBTI-Label Unternehmen und Organisationen mit einem ganzheitlichen Diversity und Inclusion Management mit dem Swiss LGBTI-Label aus. Unter anderen hat auch Deloitte diese Auszeichnung erhalten.

Die Hälfte der Überperformance des Fonds im Dezember stammt aus dem Übergewicht des Bankensektors. (Bild Shutterstock/ArtBackground)

Value Investing, mehr als eine taktische Allokation

Der «R-co Conviction Equity Value Euro», der Value Fonds des...

Advertorial lesen
Werbung
Alle Artikel anzeigen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen.> Datenschutzerklärung