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Mexiko: Gegen den EM-Strom

Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Aktien-Stratege bei ING Investment Management.
Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Aktien-Stratege bei ING Investment Management.

Brasilien und Mexiko bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Die Reformdynamik in Mexiko ist weiterhin günstig. Mexiko ist eines der wenigen Wachstumsländer, in denen es kaum volkswirtschaftliche Ungleichgewichte gibt. Die mexikanische Politik ist ausgewogen, die Wettbewerbssituation hat sich verbessert und die Reformtätigkeit lässt auf eine positive Wachstumsentwicklung hoffen. Lesen Sie den Kommentar von Maarten-Jan Bakkum, Senior Emerging Markets Aktien-Stratege bei ING Investment Management.

27.11.2013, 09:51 Uhr

Redaktion: dab

Im scharfen Gegensatz zu Brasilien steht Mexiko vor einem Wachstums- und Reformschub. Die grösste Gefahr für die mexikanische Volkswirtschaft ist ihre Sensitivität gegenüber Kapitalabflüssen. Das liegt daran, dass sich ein Grossteil der mexikanischen Staatsanleihen in ausländischem Eigentum befindet und der mexikanische Peso die am aktivsten gehandelte Währung der Emerging Markets ist.

Zugleich ist Mexiko einer der wenigen Wachstumsmärkte ohne wesentliche Makro-Ungleichgewichte. Leistungs- und Haushaltsdefizite des Landes sind gering, es besteht kein Inflationsproblem; Kredit- und Lohnwachstum sind seit zwei Jahrzehnten niedrig; das Konsumwachstum ist moderat, die Schuldenquoten niedrig. Damit hat Mexiko einen immensen Vorteil gegenüber anderen Emerging Markets, die unhaltbare Makro-Ungleichgewichte aufweisen und die daher einen ihre Wachstumsentwicklung dämpfenden Anpassungsprozess durchlaufen. Insofern könnte Mexikos Wirtschaftsleistung schneller wachsen, als die durchschnittliche BIP-Zuwachsrate von 2,6 % der vergangenen zehn Jahre.

Dank der Strukturreformen haben sich die langfristigen Wachstumsperspektiven Mexikos deutlich gebessert, aber auch kurzfristig sind die Aussichten gut. Bevor wir uns den Reformen und ihrer Wirkung auf die Wachstumsentwicklung zuwenden, ein kurzer Blick auf die Faktoren, die Mexiko in den nächsten Quartalen zu einem der wenigen Emerging Markets mit einer Wachstumsbeschleunigung machen. Kurzfristig ist vor allem aus dreierlei Gründen mit einem Wachstumsschub zu rechnen.

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