02.02.2026, 09:27 Uhr
Der US-Dollar war jahrelang der Fels in der Brandung für internationale Anleger. Doch sein Status als sicherer Hafen bekommt zunehmend Risse. Für Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset...
Die Preise für Gold und Silber sind am Montag massiv unter Druck geraten. Die wochenlange Rallye der Edelmetalle hat damit ein abruptes Ende gefunden. Auslöser war die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Chef der US-Notenbank Federal Reserve durch Präsident Donald Trump. Der Dollar konnte im Gegenzug seine Position stärken.
Gold verlor am Montag 7,8 Prozent und notierte bei 4.515 Dollar je Feinunze, Silber brach sogar um 14,4 Prozent auf 73 Dollar ein. Die Talfahrt hatte bereits am Freitag nach Bekanntwerden der Warsh-Nominierung begonnen.
Der ehemalige Fed-Gouverneur Warsh wird von Marktteilnehmern als orthodoxerer Ökonom eingeschätzt als andere potenzielle Kandidaten. Er galt lange als Befürworter höherer Zinsen, auch wenn er sich zuletzt für Leitzinssenkungen ausgesprochen hatte. Diese Personalentscheidung weckte an den Märkten Zweifel an einer baldigen Lockerung der US-Geldpolitik. Gerade die Erwartung sinkender Zinsen hatte zuletzt die Edelmetallpreise gestützt.
Raymond Cheng von Standard Chartered führte gemäss der Financial Times den Kurseinbruch auf hohe spekulative Aktivitäten zurück, die sich nach der Warsh-Ankündigung entluden. Dennoch sieht er bei Goldkursen um 4.650 Dollar eine Einstiegsmöglichkeit – angesichts der Unsicherheit über die US-Finanzpolitik. Denn Trumps expansive Fiskalpolitik bleibe bestehen, unabhängig davon, wer die Fed führe.
Auch Goldminenaktien gerieten in den Sog: Newmont Corporation verlor in Australien 10 Prozent, Zijin Gold International 5,6 Prozent. Und auch hier schreiben Analysten von möglichen Kaufgelegenheiten.
Ganz anders sieht es an der Währungsfront aus: Der US-Dollar hat seine zum Vorwochenschluss erzielten Gewinne im frühen Handel am Montag noch leicht ausbauen können. Aktuell kostet das Euro/Dollar-Paar 1,1848 nach 1,1867 zum Vorwochenschluss. Noch am Freitagmorgen notierte der Euro klar über 1,19 Dollar.
Auch zum Franken hat der Dollar Boden gutgemacht und wird derzeit zu 0,7730 nach 0,7721 am Freitagabend gehandelt. Derweil notiert das Euro/Franken-Paar wenig verändert bei 0,9159 und damit nur wenig über dem jüngst markierten Rekordtief.