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Aktien: Sitzleder ist gefragt

Der Zinsanstieg belastet alle Anlageklassem – nicht nur den Aktienmarkt. (Bild: Shutterstock.com/Nattakorn_Maneerat)
Der Zinsanstieg belastet alle Anlageklassem – nicht nur den Aktienmarkt. (Bild: Shutterstock.com/Nattakorn_Maneerat)

Kaum ein anderes Jahr hat den Aktienmärkten so sehr zugesetzt wie 2022. Am besten halten Anlegerinnen und Anleger in diesem Umfeld an ihren Positionen fest, rät Thomas Rühl von der Schwyzer Kantonalbank. Es sei noch zu früh für den Ausbau der Aktienpositionen.

04.11.2022, 13:59 Uhr

Redaktion: maw

Der Oktober brachte nicht nur herrlich sonniges Herbstwetter, sondern auch freundlich gestimmte Aktienmärkte. Dennoch wünscht sich manche Anlegerin und mancher Anleger, mit einer Zeitmaschine an den Jahresbeginn zurückzukehren und die Aktienpositionen zu reduzieren. "Kaum ein Jahr hat den Aktienmärkten eine derartige Talfahrt beschert wie 2022", sagt Thomas Rühl, CIO und Leiter Research von der Schwyzer Kantonalbank.

Das aktuelle Farbspektrum reicht seit Jahresbeginn von tiefrot bei US-Technologieaktien über mittelrot bei klein- und mittelkapitalisierten Titeln oder dem Schweizer Aktienmarkt bis hellrot beim rohstofflastigen FTSE 100 Index. Rückblickend scheine der Anlageerfolg also höher – oder weniger tief –, wenn Anlegerinnen und Anleger auf andere "Pferde" gesetzt hätten. Aber ist dies tatsächlich so?

Alle Anlageklassen betroffen

Seit Jahresbeginn haben Schweizer Obligationen mit -11.5% fast so stark an Wert verloren wie Aktien (-16.1%). Und auch der langjährige Höhenflug von Immobilienanlagen kam mit einem Wertverlust von 17.7% seit Jahresbeginn zu einem Ende. Der Zinsanstieg belaste alle Anlageklassen stark. Bargeld kostet seit kurzem zwar keine Negativzinsen mehr. Es trägt jedoch kaum Rendite, hat kein Aufwertungspotenzial und verliert wegen der Inflation mit Sicherheit 3% an Kaufkraft.

Leider existiert die oben erwähnte Zeitmaschine nicht. Die Frage sei daher, wie man sich am besten für die nächsten Monate positioniere. Soll man an den tiefroten Aktienpositionen festhalten oder sie verkaufen, um weitere Verluste zu verhindern? "Gemäss unserer Einschätzung fahren Anlegerinnen und Anleger im Moment am besten, wenn sie an ihren Aktienpositionen festhalten", so Rühl.

Die Märkte haben bereits stark korrigiert. Ein grosser Teil der erwarteten, schlechten Nachrichten wie Zinserhöhungen und Rezessionstendenzen in der Eurozone seien bereits eingepreist. Die vollen Gasspeicher Deutschlands und das erwähnte Herbstwetter reduzierten mit jeder warmen Woche die Ängste um die europäische Energieversorgung.

Geduld am Aktienmarkt

"Für einen Ausbau der Aktienpositionen ist es allerdings noch etwas früh", meint der CIO. Die Inflation ist in der Eurozone weiterhin im Steigflug und die Zentralbanken bleiben aktiv. Und weiterhin seien die Risiken einer zusätzlichen Eskalation der Konflikte in der Ukraine und um Taiwan hoch. Für Aktienanlegerinnen und -anleger sei daher weiterhin Sitzleder gefragt.

Andere Anlageklassen seien im Moment nicht attraktiver. Sobald sich die Wolken etwas verziehen, profitieren Aktien hoffentlich bald von steigenden Kursen. "Den genauen Zeitpunkt können wir Ihnen nicht vorhersagen. Jetzt das Ticket für die Bergfahrt abzugeben, halten wir jedoch für verfehlt", meint Rühl abschliessend.

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