Zurück bleiben gemischte Gefühle

Bild: Unsplash
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Brendan Mulhern von BNY Mellon bezweifelt, dass der Entscheid der Fed genug ist, um der globalen Verlangsamung zu begegnen. Ned Naylor-Leyland von Merian Global Investors sieht hingegen eine spannende Zeit für Gold und Silber kommen.

31.01.2019, 13:56 Uhr

Redaktion: ase

"Nach dem Treffen der US-Notenbank im Januar 2019 fühlt es sich an, als würden sieben Jahre biblischer Hungersnot für Gold- und Silberanleger endlich zu Ende gehen", sagt Ned Naylor-Leyland, Manager des Merian Gold & Silver Fund von Merian Global Investors. Der lange Zyklus von Versprechungen über Normalisierung, Zinserhöhungen und künftige Kürzungen der Zentralbankbilanzen sei zum Erliegen gekommen.

"Haben wir etwas Neues gehört?"
In den Augen des Marktes scheine die Fed, basierend auf der ersten Marktreaktion, geliefert zu haben. "Aber haben wir eigentlich etwas Neues gehört", zweifelt Brendan Mulhern, Global Strategist bei Newton IM, eine Boutique von BNY Mellon IM. Die zuvor besprochene Pause bei weiteren Zinserhöhungen sei bestätigt worden, während im FOMC-Protokoll formell ein Versprechen auf Flexibilität beim Prozess der Bilanzkürzung eingeführt werde. Vorerst reduziere die Fed jedoch ihre Bilanz weiter.

Neutrale Fed kann globale Verlangsamung nicht stoppen
Zwar ist die Fed nach Mulherns Meinung eher neutral als "falkenartig", aber keineswegs "easing". Er bemerkt: "Was die Marktaussichten betrifft, so scheinen wir uns in einem Umfeld zu befinden, in dem schlechte Nachrichten wieder einmal als gut interpretiert werden." Die Logik demzufolge sei, dass eine weitere Verschlechterung der Wirtschaft die Wahrscheinlichkeit weiterer Impulse zur Belebung der Märkte und Volkswirtschaften erhöhe. Es besteht für Mulhern jedoch die Sorge, dass eine neutrale Fed nicht ausreicht, um die aktuelle synchrone globale Verlangsamung zu stoppen. Diese wird sich seines Erachtens als Gegenwind für die Unternehmensgewinne erweisen.

Umfeld für Aktienmärkte kaum positiv
Eine Fed-Pause würde typischerweise dann mit Optimismus aufgenommen, wenn es scheint, dass die Fed zu stark angezogen hat, erklärt er. "In der Regel führt eine Pause jedoch zu Kürzungen, die als Reaktion auf eine sich rasch verschlechternde Wirtschaft auftreten", so Mulhern. Dies bedeute ein Umfeld, das für die Aktienmärkte kaum positiv sein dürfte. Aufwärts gerichtete Aktienmärkte sollten laut Mulhern vielleicht mehr Aufmerksamkeit auf die Rentenmärkte richten, die weiterhin eine gewisse Vorsicht bei den wirtschaftlichen Aussichten walten lassen.

Spannende Zeiten für Gold und Silber
Für Naylor-Leyland würden mit dem Entscheid der Fed Gold und Silber aus dem Schwitzkasten der falkenartigen Zinspolitik befreit und seien seiner Meinung nach bereit, einen weiteren Bullenmarktlauf zu starten. Bemerkenswert sei, dass seit Beginn des "Hungerzyklus" und der Überwindung von Gold bei rund 1.900 US-Dollar/oz im Jahr 2011 die Zentralbankbilanzen weiter gewachsen sind. "Man fragt sich, welche Werte Gold und Silber in US-Dollar gemessen diesmal erreichen können", zeigt sich Naylor-Leyland gespannt.

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