Wirtschaftswachstum sorgt für mehr Optimismus

Helge J. Pedersen, Chefökonom bei Nordea
Helge J. Pedersen, Chefökonom bei Nordea

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam, aber sicher. Zu dieser Einschätzung kommt der aktuelle „Economic Outlook“ von Nordea. Für das Jahr 2013 rechnet Nordea mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent, das sich 2014 auf 4 Prozent erhöhen dürfte.

20.03.2013, 16:13 Uhr

Redaktion: fab

Diese wirtschaftliche Entwicklung wird sich auch in den nordischen Ländern bemerkbar machen, allerdings in sehr unterschiedlichem Tempo.

„Die USA und China können einer soliden Aufwärtsentwicklung in den kommenden Jahren entgegensehen. Auch für Japan besteht Hoffnung, dass das Land endlich den Weg aus der Deflation findet. Das schwache Glied bleibt die Eurozone“, sagt Nordeas Chefökonom Helge J. Pedersen.

Das freundlichere globale Umfeld wird in den kommenden Jahren aber auch in den nordischen Ländern für eine Aufhellung der Lage sorgen und den Exporten neuen Schwung geben. Denn trotz solider Staatsfinanzen und hoher Wettbewerbsfähigkeit konnten die Volkswirtschaften in Skandinavien den Auswirkungen der Konjunkturflaute, die 2012 in der Eurozone herrschte, nicht entgehen. Alle vier Länder starteten mit schwächerer Tendenz ins neue Jahr.

Privathaushalte sind Wachstumsmotor in Schweden
Es wird erwartet, dass die privaten Haushalte im Vorhersagezeitraum bis 2014 der entscheidende Wachstumsmotor in Schweden sein werden, weil es ihnen trotz steigender Arbeitslosigkeit immer noch gut geht. Die Riksbank führt an, ihre Geldpolitik sei bereits expansiv, und richtet den Blick auf erste Anzeichen einer Belebung der Wirtschaft. Erneute Zinssenkungen erwarten wir in Schweden nicht“, sagt Helge J. Pedersen. „Im kommenden Jahr werden die Leitzinsen steigen, wenn die Konjunktur weiter an Kraft gewinnt“, so der Experte.

Weiterhin positive Aussichten für Norwegen

Auch in Norwegen sind die wirtschaftlichen Aussichten bis 2014 überwiegend positiv. Beim Konsum ist mit einer Belebung zu rechnen, und auch die Immobilien- und Ölinvestitionen werden weiter zunehmen. Die öffentliche Nachfrage dürfte moderat steigen. Die Norges Bank wird ihren Leitzins nur langsam anheben. Für den Vorhersagezeitraum ist nicht davon auszugehen, dass die norwegische Krone (NOK) stark anzieht – gegen Ende 2014 könnte sie sogar etwas nachgeben.

Dänemark schafft Voraussetzungen für mehr Wachstum
Dänemark befindet sich am Rande einer erneuten technischen Rezession. Die Reformen der Regierung haben jedoch die Voraussetzungen für eine günstigere Entwicklung geschaffen, sobald die Weltwirtschaft wieder anzieht. „Um die Wettbewerbsfähigkeit Dänemarks ist es im Prinzip gut bestellt, und die diversen kurzfristigen Massnahmen zur Anregung des Konsums und der Investitionen werden früher oder später Wirkung zeigen“, ist Pedersen überzeugt.

Exporte könnten Finnlands Wirtschaft stützen
Auf sehr kurze Sicht sind für Finnlands Wirtschaft keine Wachstumstreiber zu erkennen. Eine gewisse Hoffnung besteht jedoch, dass die Exporte im Jahresverlauf steigen. Dagegen dürften die Importe wegen der gedämpften Binnennachfrage schwach bleiben. Bei den Investitionen tut sich immer noch wenig, und bei den Verbraucherausgaben wird für die kommenden Jahre nur ein leichter Anstieg erwartet. Gründe dafür sind der Rückgang der Beschäftigung und höhere Steuern, die sich negativ auf die Kaufkraft der privaten Haushalte auswirken werden.


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