Tiefe Renditen erfordern flexible Bondstrategien

Karsten Bierre, Manager des Nordea 1 - Flexible Fixed Income Fund
Karsten Bierre, Manager des Nordea 1 - Flexible Fixed Income Fund

Im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld erhält das Risikomanagement in einem Bondportfolio eine ganz neue Bedeutung. Fondsmanager Karsten Bierre erläuterte an einer Präsentation in Zürich, wie er den Nordea - 1 Flexible Fixed Income Fund allwettertauglich macht.

14.09.2015, 13:45 Uhr

Redaktion: cw

"Dass die Zinsen vom heutigen Niveau eher steigen als fallen, ist sehr wahrscheinlich," meinte Karsten Bierre, Fondsmanager des Nordea 1 - Flexible Fixed Income Fund kürzlich an einer Präsentation in Zürich, "aber wir wissen nicht, ob dies morgen oder in ein paar Jahren geschieht." Bierre und sein Team haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Risiken im Portfolio auszubalancieren, indem sie einerseits Assets einsetzen, die in Rezessionen Rendite liefern und andererseits solche, die während wirtschaftlichen Erholungsphasen performen.

Für Bierre ist es dabei wichtig, die Beiträge der beiden wichtigsten Rsisikokomponenten im Bondmarkt, die Duration und das Kreditrisiko, einzeln zu managen. Nur so könne eine wirkliche Diversifikation erreicht werden. Das Portfolio richtet sich denn auch an keiner Benchmark aus: "Wir möchten keine Einschränkungen bezüglich Duration oder Yield Spreads oder Gewichtungen. Die einzige Einschränkung ist die Volatilität, die im Zielband von 3-5% liegen soll."

Als erfolgreiches Beispiel der Vergangenheit führte Bierre ein einfaches volatilitätsgewichtetes Portfolio an, das zu zwei Dritteln aus AAA-Bunds mit zehnjähriger Duration und zu einem Drittel aus High Yield Spreads bestand. Während die Bunds in Krisenzeiten performten, lieferten die Kreditspreads Rendite in Bullenmärkten.

Zurzeit sind die Risiken in den meisten Bondportfolios nicht mehr im Gleichgewicht. Die Gewichtungen haben sich immer mehr hin zu risikoreicheren Komponenten, sprich höheren Kreditrisiken, verschoben. Um die Balance wieder herzustellen, erhöht Bierre aber nicht einfach den Anteil der Regierungsanleihen. "Wir setzen beispielsweise Währungsstrategien ein, die die gleichen Charakterisiken wie Bonds zeigen". Konkret werden aufgrund von Kaufkraftparitätsvergleichen Positionen in Währungen eingegangen, die gegenüber dem Euro unterbewertet sind. Gegenwärtig sind dies vor allem der Yen und die Schwedische Krone.

Zusätzlich setzen Bierre und sein Team taktische Asset Allocation Modelle ein. Diese dienen dazu, aufgrund von Modellen die Kredit- und Durationrisiken situativ zu verringern. Darin fliessen Parameter wie die Steilheit der Zinskurve, das Makro- und Inflationsmomentum oder Businesszyklen ein.

Mit der Diversifikation in Renditetreiber, die in Ab- und Aufwärtsmärkten wirken und dem taktischen Overlay kann das Risiko des Gesamtportfolios von 7 % auf rund 3 % gedrückt werden. In den ersten acht Monaten 2015 erzielte der Fonds eine Performance von 1,1%.

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