Stabiler Immobiliensektor im asiatisch-pazifischen Raum

Das ungebremste Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl von Büroarbeitsplätzen in grossen Ballungsräumen führt zu einer dauerhaften Nachfrage von Mehrfamilienhäusern in Städten wie Tokio. (Bild: Shutterstock.com)
Das ungebremste Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl von Büroarbeitsplätzen in grossen Ballungsräumen führt zu einer dauerhaften Nachfrage von Mehrfamilienhäusern in Städten wie Tokio. (Bild: Shutterstock.com)

Obwohl die Bedrohungen für das Wirtschaftsklima weltweit zunehmen, erzielen Immobilieninvestoren im asiatisch-pazifischen Raum nach wie vor stabile Erträge. So wird laut Jonathan Hsu von M&G der Gesamtertrag im Immobiliensektor in dieser Region für 2019 auf 8,7 Prozent geschätzt.

19.11.2019, 09:10 Uhr

Redaktion: rem

Längerfristige strukturelle Entwicklungen führen zu insgesamt widerstandsfähigen Immobilienmärkten in den Industrieländern der asiatisch-pazifischen Region (APAC). Dazu gehören ein schwächeres globales Wachstum, zunehmende geopolitische Spannungen sowie ein sich verlangsamender Zyklus der Information Communication Technology (ICT). Diese Faktoren führten zu einer Lockerung der Geldpolitik in Ländern wie Australien und Südkorea. Zinsen und langfristige Renditen von Staatsanleihen dürften vor diesem Hintergrund kurzfristig niedrig bleiben – der Renditeunterschied von Immobilien gegenüber zehnjährigen Staatsanleihen bleibt attraktiv. "Sieht man einmal von den externen Widerständen ab, so treibt die relative Stärke des Arbeitsmarktes sowie die Förderung von digitalen und wissensbasierten Ökonomien das stabile Wachstum der industrialisierten APAC-Länder weiter voran. Längerfristig wird der ICT-Sektor von der schrittweisen globalen Einführung der 5G-Telekommunikationsnetze profitieren – besonders für Japan, Südkorea und Singapur eine gute Nachricht", sagt Jonathan Hsu, Head of Research Asia bei M&G Real Estate.

Wachsender E-Commerce fördert höhere Renditen für Logistikimmobilien

Das Wachstum des Internethandels in der Region sollte die Nachfrage nach Logistikflächen vor allem in Australien, Japan und Südkorea ankurbeln. Schätzungen besagen, dass 14 Millionen Quadratmeter zusätzliche Lagerfläche benötigt werden, damit die bis 2023 vorhergesagten 120 Milliarden US-Dollar an E-Commerce-Umsatz in den industrialisierten APAC-Märkten bewältigt werden können. "Logistikunternehmen mit Fokus auf den privaten Konsumenten suchen wegen der immer stärkeren Automatisierung und höherer Warenvolumina intensiv nach qualitativ hochwertigen Flächen", stellt Jonathan Hsu fest. Als Wachstumsfelder sieht er auch Nischensegmente wie Kühlhäuser für den Lebensmitteleinkauf über das Netz und die Gesundheitslogistik. Allerdings hindere der Mangel an hochwertigen und gut gelegenen Lagerflächen in der Region Immobiliennutzer daran, zu wachsen und sich zu vergrössern. Der Standort bleibe einer der wichtigsten Faktoren, weil die Transportkosten in der Regel mindestens die Hälfte der Gesamtkosten eines Logistikdienstleisters betragen.

Wandel hin zu wissensbasierten Ökonomien stärkt Bedarf für Premium-Büros

Erwartet wird überdies eine Zunahme von Büroarbeitsplätzen in der APAC-Region, weil die Länder sich zu stärker digitalisierten und auf Wissen aufbauenden Wirtschaften entwickeln. Da in einem solchen Umfeld das Wohlbefinden der Mitarbeitenden für Unternehmen immer wichtiger wird, steigt die Nachfrage nach erstklassigen Büroimmobilien, die neben qualitativ hochwertigen Räumlichkeiten auch noch weitere Vorzüge bieten. "Mit attraktiven Arbeitsplätzen können Firmen im schärfer werdenden Wettbewerb um globale Talente punkten. Und Investoren, die schwerpunktmässig auf Kernimmobilien setzen, optimieren durch neue erstklassige Büroimmobilien die relative Ertragsstabilität und Widerstandsfähigkeit ihrer Anlage", so Hsu.

Bevölkerungswachstum in Gateway-Cities begünstigt Bau von Mehrfamilienhäusern

Das ungebremste Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl von Büroarbeitsplätzen in grossen Ballungsräumen führt zu einer dauerhaften Nachfrage von Mehrfamilienhäusern in sogenannten Gateway-Cities, also in grossen Städten wie beispielsweise Tokio, die als Knotenpunkte für eine ganze Region gelten. Ein angespannter Arbeitsmarkt hat zur Lockerung der Einstellungspolitik für Ausländer und zu mehr Haushalten mit Doppelverdienern geführt, weil mehr Frauen wieder ins Berufsleben einsteigen. "Positive Fundamentaldaten für diesen Sektor sollten auf stärkeres Interesse bei ausländischen institutionellen Investoren stossen – das könnte wiederum zu weiter interessanten Renditen führen", erwartet der Immobilienexperte. Für den japanischen Wohnungsmarkt werde daher eine Gesamtrendite von 11,5 Prozent für 2019 prognostiziert.

Alle Artikel anzeigen