REYL Market Insight: Suche nach sicheren Häfen

Christian Bauer, Managing Director bei REYL. (Bild pd)
Christian Bauer, Managing Director bei REYL. (Bild pd)

Die anhaltende und starke Inflation war einer der Hauptfaktoren für die Volatilität im Jahr 2022. Obwohl die Inflation in den kommenden Quartalen ihren Höhepunkt erreichen könnte, sollten Anleger nicht mit einem baldigen Rückgang der Volatilität rechnen, schreibt Christian Bauer, Managing Director, Head of Zurich Branch bei REYL.

18.01.2023, 12:36 Uhr

Redaktion: sw

Die Daten unterstreichen das Ausmass der Volatilität im vergangenen Jahr. Der Aktienvolatilitätsindex VIX schloss an 94 Prozent der Handelstage über seinem historischen Durchschnitt, der MOVE-Index des Anleihemarktes lag an 87 Prozent der Handelstage über dem Durchschnitt, und der S&P 500 bewegte sich täglich 61 Mal um mehr als zwei Prozent, während es 2021 nur sieben Mal der Fall war.

«Vor diesem Hintergrund waren die Zentralbanken gezwungen, die Zinssätze aggressiv anzuheben, um ihr wichtigstes Gut zu bewahren: ihre Glaubwürdigkeit. Das kollektive Versäumnis, die Inflation zu erkennen und zu kontrollieren, könnte immer noch zu anhaltendem Inflationsdruck zweiter Ordnung und einer harten Landung der Volkswirtschaften führen», sagt Christian Bauer.

«Trotzdem glauben wir, dass die Märkte in den nächsten Quartalen eine gewisse Erleichterung durch einen möglichen Höhepunkt sowohl der Inflation als auch der aggressiven Haltung der Zentralbanken erfahren könnten. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Volatilität auch 2023 hoch und anfällig für plötzliche Ausschläge bleiben wird, da der Gegenwind, der die Märkte im Jahr 2022 behindert hat, allmählich nachlässt.»

All dies bedeute, dass die Anleger auch im kommenden Jahr mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sein werden, unter anderem mit den Auswirkungen geopolitischer Spannungen, einer höher als erwarteten Inflation und einer globalen geldpolitischen Straffung.

In diesem anhaltend volatilen Umfeld sollte ein aktives Management den Unterschied ausmachen. «Wenn Aktien solide und kontinuierliche Renditen bieten, ist passives Investieren der richtige Weg, aber wenn die Volatilität zunimmt, wird die Auswahl der richtigen Themen und Aktien zum entscheidenden Faktor für den Erfolg.

Darüber hinaus raten wir den Anlegern, sich in defensiven Bereichen der Aktien- und Obligationenmärkte zu engagieren, ein starkes Risikomanagement zu entwickeln und durch die Berücksichtigung neuer Anlageklassen (z. B. alternative Anlagen) zu diversifizieren.»

Defensive Allokation in Aktien und Obligationen

Die richtige Mischung aus börsenkotierten Aktien und Obligationen könne eine wirksame Absicherung auf volatilen Märkten bieten. Risikomanagement-Techniken seien entscheidend, um das Risiko von falsch terminierten Investitionen zu minimieren.

• Eine Möglichkeit, die Anfälligkeit zu verringern, besteht darin, qualitativ hochwertige Investment-Grade-Anleihen (einschliesslich Staatsanleihen) und dividendenstarke Aktien in Betracht zu ziehen. Die Anleger können regelmässige Erträge erzielen, während die Anlagen unangetastet bleiben, bis sich der Markt erholt.

• Erneuerbare Energien sind das am schnellsten wachsende Segment innerhalb des Infrastruktursektors, der ein effektiver Diversifikator ist: langfristige Investitionen in Sachwerte mit relativ stetigen, wenig volatilen, inflationsgebundenen Cashflows und geringer Korrelation zu Kapitalmarktzyklen.

• Unter den defensiven Werten sind die Versorgungsunternehmen ein attraktiver Sektor, ebenso wie die dividendenstarken Grossunternehmen.

• Aktive festverzinsliche Total-Return-Strategien anstelle der Erzielung von Erträgen durch Buy-and-Hold-Ansätze. Die Gesamtrendite kann durch das Management des Durationsrisikos und durch globale makroökonomische Ansichten erzielt werden.

Diversifizierung in alternative Anlagen

Die Diversifizierung biete auch einen Puffer in Zeiten von Volatilität. «Bei einer hohen Korrelation zwischen Aktien und Obligationen lässt sich dies am besten durch Investitionen in alternative Anlagen erreichen.»

• Hedgefonds können die Diversifizierung erleichtern, nicht nur in Zeiten volatiler Märkte, sondern auch auf lange Sicht. Sie investieren in viele verschiedene Strategien, die nicht mit den traditionellen Märkten korreliert sind, und können langfristige und risikobereinigte Renditen verbessern. In den ersten elf Monaten des Jahres 2022 schnitten Hedgefonds besser ab: Der HFRI Fund Weighted Composite Index verzeichnete eine Rendite von -4,1 Prozent, während der MSCI All Country World Index im selben Zeitraum um 16 Prozent und der Bloomberg Global Aggregate Total Return Index um 15 Prozent zurückging.

• Globale Macro-Manager können auch in Zeiten hoher Volatilität relativ attraktive, unkorrelierte Renditen bieten, ebenso wie Fonds mit variabler Ausrichtung und Multi-Strategy-Fonds. Letztere kombinieren verschiedene Strategien und ermöglichen es den Anlegern, ein diversifiziertes Hedgefonds-Portfolio aufzubauen, ohne in mehrere Einzelfonds zu investieren.

«Trotz der verschiedenen Herausforderungen, mit denen die Anleger im Jahr 2023 konfrontiert werden, kann sich eine erhöhte Volatilität auch als Chance für Anleger erweisen, die nach Möglichkeiten suchen, ihre Portfolios auf defensive Allokationen zu diversifizieren und alternative Anlageklassen in Betracht zu ziehen», heisst es bei REYL.

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