Potenzial von High Yield in Phasen hoher Marktvolatilität

Die Bewertungen von zyklischen Konsumgütern wie Kreuzfahrtschiffen haben sich erholt und bieten spannende High-Yield-Anlagemöglichkeiten. (Bild: Shutterstock.com/Anton Watman)
Die Bewertungen von zyklischen Konsumgütern wie Kreuzfahrtschiffen haben sich erholt und bieten spannende High-Yield-Anlagemöglichkeiten. (Bild: Shutterstock.com/Anton Watman)

Der US-High-Yield-Markt steht gemäss Peter Becker von Capital Group gut da. Dank günstiger Fundamentaldaten sei auch in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht von einem sprunghaften Anstieg der Zahlungsausfälle auszugehen. Dennoch rät er zu Vorsicht bei Unternehmen mit einem niedrigeren Rating.

01.12.2022, 12:26 Uhr

Redaktion: alm

Der High-Yield-Markt in den Vereinigten Staaten ist gesünder und stabiler als in den vergangenen Jahren. Zu diesem Schluss kommt Peter Becker, Investment Director bei Capital Group. "High-Yield-Anleihen haben ihren Namen endlich wieder verdient", so der Experte. Demnach gäbe es viele Faktoren, die diese Aussage belegen: Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten seien günstig, was die Ausfallquoten relativ niedrig halten dürfte und die hohen einstelligen Renditen, die der Sektor bietet, weckten das Interesse der Anleger, selbst wenn das Schreckgespenst einer Rezession einige Bedenken aufkommen lasse.

Insgesamt habe sich der High-Yield-Markt in den USA von den vergangenen Jahren erholt. Während das gesamte wirtschaftliche Umfeld aktuell deutlich schwächer erscheine, sei die Anlageklasse stärker und biete eine attraktive Rendite. "Einer der wichtigsten positiven Faktoren ist ausserdem, dass in nächster Zeit kein grosser Refinanzierungsbedarf besteht", erläutert Becker. "Kluge Unternehmensleitungen haben das niedrige Zinsniveau und das günstige Kreditumfeld der letzten Jahre genutzt, um ihren Finanzierungsbedarf zu decken."

Kein sprunghafter Anstieg der Zahlungsausfälle

Insbesondere im Jahr 2021 hätten die Unternehmen ihre kurzfristigen Schulden zu aussergewöhnlich niedrigen Renditen refinanzieren und die Fälligkeiten um mehrere Jahre hinausschieben können. Das habe dazu geführt, dass die Unternehmen in der aktuellen Phase steigender Zinsen mit Finanzierungen arbeiten können, die bereits seit einigen Jahren festgeschrieben sind. "Aus diesem Grund können viele heute an der Seitenlinie sitzen und müssen keine neuen Schulden zu den vorherrschenden höheren Zinssätzen aufnehmen. Wir sind jedoch besorgt über das Segment der Hochzinsunternehmen mit niedrigerem Rating, die auf eine Verbesserung ihrer eigenen Aussichten gewartet haben, bevor sie ihre Schulden refinanzierten", so Becker.

Diese Unternehmen hätten möglicherweise die Chance verpasst, die niedrigsten Zinssätze zu erzielen. Bei der Bewertung künftiger Ausfallwahrscheinlichkeiten würde Becker auch den Anteil der Anleihen mit notleidenden Bewertungen berücksichtigen, da dies ein früher Indikator für künftige Ausfälle sein könne. Dieser liege im High-Yield-Universum aktuell im mittleren einstelligen Bereich. "Auf der Grundlage dieser Kennzahl erwarten wir zwar, dass die Ausfallquote von einem sehr niedrigen Niveau aus ansteigen wird, aber wir rechnen nicht mit einem sprunghaften Wachstum", sagt Becker.

Energiesektor mit bester Wertentwicklung

Auf Sektorebene konzentriert sich Becker auf eine grosse Auswahl an Branchen. So sei die Telekommunikation beispielsweise seit vielen Jahren ein grosser Teil des High-Yield-Universums. Ein weiteres, traditionell grosses Segment, nämlich zyklische Konsumgüter wie Hotels, Glücksspiele und Kreuzfahrtschiffe, hätte mit der Wiederbelebung der Wirtschaft eine Erholung der Bewertungen verzeichnet. Darüber hinaus sieht er einen Wert in bestimmten Untersektoren, die einen kleineren Teil des High-Yield-Markets ausmachen, wie beispielsweise Vermögensverwalter und Versicherungsmakler. "Angesichts der wiederkehrenden Einnahmemodelle haben diese Arten von Unternehmen das Potenzial, in einer schwachen Wirtschaft oder einem Umfeld steigender Zinsen besser abzuschneiden als die eher zyklischen Emittenten", erklärt Becker. Viele dieser Unternehmen würden über einen vorhersehbaren Cashflow verfügen, sei es durch Managementgebühren aus dem verwalteten Vermögen oder durch Provisionen aus dem Verkauf von Versicherungsprodukten.

Auch die Fundamentaldaten des Energiesektors hätten sich verbessert. Die Welle von Zahlungsausfällen liege nun hinter uns, und heute der Sektor sei so gesund wie seit vielen Jahren nicht mehr. "Da sich die Bilanzen verbessert haben, Investitionspläne gekürzt wurden und die Öl- und Gaspreise in die Höhe geschnellt sind, war der Energiesektor der Teilsektor mit der besten Wertentwicklung innerhalb des Bloomberg US Corporate High Yield 2% Issuer Capped Index", resümiert Becker.

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