Optimismus am Markt kehrt zurück

Helga Kern ist Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund.
Helga Kern ist Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund.

In den letzten Wochen sei der Optimismus an den Märkten zurückgekehrt, kommentiert Helga Kern, Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund. Gestützt auf die fundamentalen Bewertungsmodelle der KK Research teilen sie die Zuversicht nur zum Teil.

02.06.2014, 11:43 Uhr

Redaktion: dab

Um + 9.3% hat der Wert des Swiss Active Alpha Fund seit Jahresbeginn zugenommen – der SPI Extra Index (+8.7 %) wurde damit übertroffen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Fonds knapp 15 % p.a. an Wert gewonnen. In den letzten Wochen ist der Optimismus an den Markt zurückgekehrt. Die latente Deflationstendenz in Europa, die unvermindert hohe Verschuldung der südeuropäischen Länder und die Spannungen im Ost-West Dialog sind in den Hintergrund getreten. Die wirtschaftliche Entwicklung in Schlüsselmärkten wie den USA und den nordeuropäischen Ländern wird günstig eingeschätzt und spiegelt sich in hohen Gewinnerwartungen wieder. Gestützt auf unsere fundamentalen Bewertungsmodelle wie DCF-Analysen teilen wir die Zuversicht nur zum Teil. Wir haben weiterhin einen Teil des Portefeuilles gegen eine Marktkorrektur abgesichert.

Auf einer bereinigten Basis sind die Mid- und Small Caps heute mit einer PER von 19.6 bewertet und bewegen sich am oberen Ende der historischen Bandbreite. Vorerst rechtfertigt sich die Bewertung durch ein Gewinnwachstum von 20-25 % im laufenden Jahr, wobei die Ergebnisse 2013 bei gewichtigen Gesellschaften (Clariant, CPH und Logitech) durch Sonderaufwendungen und Impairments verzerrt wurden. Eine im historischen Vergleich sehr gute Profitabilität liegt den Gewinnschätzungen zugrunde. Die EBIT-Marge der Small und Midcap Gesellschaften bewegte sich 1995 - 2013 zwischen 6.0 % (1990) und 9.9 % (2007). Das erwartete Gewinnwachstum impliziert bei einem Umsatzwachstum von 6-7 % eine weitere Verbesserung der Marge auf 11.9 %. Unser Portefeuille stützt sich auf Unternehmen, welche noch weit von ihren historischen Höchstmargen entfernt sind wie Bobst 4.5 (10.8) %, Georg Fischer 6.1 (8.1) % oder Lonza mit 10.0 (15.0) %. Zudem muss die Schweiz eine 'Vorwärts-Strategie' bei Kernproblemen wie AIA (Schwarzgeld), dem Verhältnis zur EU (bilaterale Verträge) und Handelsabkommen definieren. Schuldzuweisungen, fehlendes Realitätsbewusstsein und ein inkonsistentes Auftreten gegenüber dem Ausland schwächt die Position und schürt Unsicherheit vor allem in der Finanzindustrie und der Energiewirtschaft.

Schmolz+Bickenbach (+ 20.7 %) war der ‚Star-Performer‘ im vergangenen Monat, gefolgt von Calida (+ 7.3 %), Aryzta (+ 6.9 %) und Lonza (+ 6.9 %). Schmolz+Bickenbach hat im ersten Quartal wieder einen kleinen Gewinn von 12.4 CHF Mio und einen freien Cash-flow von 78.5 CHF Mio erzielt. Die Absatzmenge erhöhte sich um 9.6 %, was die positivere Einschätzung des globalen Edelstahl-Marktes auch durch die wichtigsten Konkurrenten wie Salzgitter, Acerinox oder Voestalpine untermauert. Zwar sind die Preise nochmals leicht gefallen, so dass unter dem Strich ein Umsatz in Vorjahreshöhe resultierte. Es ist allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die höhere Nachfrage auf die Preise durchschlägt – mit überproportional positiven Einfluss auf Cash-flow und Ergebnis.

Bei Autoneum (-9.5 %) kam es nach Kurssteigerungen von über 150 % in den letzten zwölf Monaten zu Gewinnmitnahmen, ohne dass sich allerdings eine fundamentale Neu-Beurteilung aufdrängt. Mit einem EV/Sales-Verhältnis von 0.4 und einer PER von unter 12 im laufenden Jahr ist der Titel noch nicht teuer bewertet, was auch durch die DCF-Analyse untermauert wird. Bei OC Oerlikon (- 7.9 %) hat das Quartalsergebnis einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Der Rückgang des Auftragseingangs um 9 % und des Auftragsbestands um 12 % ist dem zyklischen Charakter des Kunstfaser-Geschäfts geschuldet und im Drive-Geschäft zeichnet sich ein ‚turn-around‘ ab. Die von Sulzer übernommene Metco (Umsatz 700 CHF Mio, EBIT 69 CHF Mio) wird in der zweiten Jahreshälfte einen Gewinnbeitrag leisten. Die Berner Bevölkerung hat sich gegen die sofortige Stilllegung des KKW Mühleberg ausgesprochen. Die Aktien der BKW (- 0.8 %) konnten davon aber noch nicht profitieren. Gleichzeitig gab die Gesellschaft bekannt, einen Verkauf ihrer Anteile an der neugeschaffenen schweizerischen Netzgesellschaft Swissgrid zu prüfen.

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