Marktwachstum in China

Laura Luo, Manager des Baring Hong Kong China Fund und Head of Hong Kong China Equities
Laura Luo, Manager des Baring Hong Kong China Fund und Head of Hong Kong China Equities

Die Strukturreformen in China haben einen spürbaren, positiven Einfluss auf den Finanzsektor des Landes und werden, in Kombination mit der Entwicklung einer wesentlich stärker verbrauchergetriebenen Wirtschaft, ein solides Marktwachstum sowie interessante Anlagechancen begünstigen, so Baring Asset Management („Barings“).

10.02.2015, 10:39 Uhr

Redaktion: dab

Laura Luo, Manager des Baring Hong Kong China Fund und Head of Hong Kong China Equities, sagte: „Die jüngsten Programme zur Marktliberalisierung wie Shanghai-Hong Kong Stock Connect und das Renminbi Qualified Foreign Institutional Investor Programm sind ein deutliches Zeichen für die Öffnung des chinesischen Marktes sowohl für inländische als auch für internationale Investoren. Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft konzentrieren sich die fiskal- und geldpolitischen Reformen darauf, ein langfristiges nachhaltiges Wachstum zu erzielen und wir glauben, dass durch die unternommenen Schritte ein stabileres, positives Umfeld für Anleger geschaffen werden kann.

Darüber hinaus existiert ein deutlicher Trend hin zum Konsum, auf dessen Grundlage wir einige interessante Chancen aufdecken konnten. Das Volumen des E-Commerce-Marktes in China hat beispielsweise das des amerikanischen und des europäischen Marktes zusammen bereits übertroffen, während der Marktdurchdringungsgrad von Transaktionen über den elektronischen Handel dem der USA erst im Jahr 2015 entsprechen wird. Vor diesem Hintergrund sind inländische Marken wie Tencent und Baidu, das als das Google von China angesehen wird, unserer Einschätzung nach überaus vorteilhaft aufgestellt und bilden Kernpositionen in unserem Fonds."

Finanztitel des Nichtbankensektors dürften nach Ansicht von Barings besonders stark von der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft profitieren und auch führende Unternehmen in eher verbraucherorientierten Sektoren dürften für attraktive Chancen sorgen. Einige Automobilhersteller erweisen sich als aufstrebende Verbrauchermarken und verfügen über das Potenzial, ausserhalb ihrer Heimatmärkte zu expandieren, so glaubt man bei Barings. Um die Nachfrage der wohlhabenderen Verbraucher in China bedienen zu können und um in den direkten Wettbewerb mit westlichen Marken zu treten, haben manche Firmen mittlerweile mit der Produktion von Premiumfahrzeugen begonnen.

Laura Luo weiter: „Das Verständnis über Umfang und Grössenordnung von Marktentwicklungen in China ist äusserst wichtig. Beispielsweise wird die Gründung von drei nationalen und bedeutenden Wirtschaftsentwicklungszonen das Wirtschaftswachstum in China stärken. Die Peking-Tianjin-Hebei-Zone, die Region um den Jangtse-Fluss und die Initiative des Seidenstrassen-Wirtschaftsgürtels (One Belt, One Road), die sich insbesondere auf die Entwicklung von Beziehungen innerhalb Asiens konzentriert, werden das Wachstum in einer Vielzahl von Sektoren antreiben, angefangen von der Infrastruktur bis hin zur Fertigungswirtschaft, dem Baugewerbe und dem Einzelhandel und damit die politischen Massnahmen zur Schaffung nachhaltigen Wachstums ergänzen.

Unserer Ansicht nach sticht China unter Betrachtung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse sowie der Kurs-Buch-Verhältnisse im Vergleich zur Eigenkapitalrendite als attraktiver Markt hervor. Marktliberalisierungen wie Stock Connect werden einen wesentlichen Einfluss auf die Aktienmarktentwicklung und auf die Nachfrage nach Aktienanlagen haben. Die gesamten Auswirkungen der Reformen sind allmählich deutlicher zu spüren und von dieser Ausgangsposition aus erscheint China überaus günstig - mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist der MSCI China Index wesentlich attraktiver als Märkte wie Japan, Indien, Grossbritannien und Europa. Langfristig betrachtet gehen wir darüber hinaus von einer deutlichen Neubewertung aus.“

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