Kommt die nächste Schuldenkrise aus China?

Dass die private Verschuldung in China inzwischen ein bedenkliches Niveau erreicht hat, zeigt bereits der direkte Vergleich mit den anderen BRIC-Staaten. Droht also ausgehend von China eine neue Asienkrise oder ausgelöst durch den Zusammenbruch einer chinesischen Bank ein "Lehman 2.0"? Bislang galt China mit einer Verschuldung des Zentralstaates in Höhe von rund 20% des BIP als Musterknabe. Dabei wurde jedoch ausser Acht gelassen, dass der Privatsektor weit höher in der Kreide steht.

17.09.2013, 11:40 Uhr

Redaktion: dab

Chinas Volkswirtschaft wartete in den vergangenen Monaten fast pausenlos mit Negativschlagzeilen auf. Zunächst waren es enttäuschende Daten zum Wirtschaftswachstum. Diese zeigten von Quartal zu Quartal eine nachlassende Expansionsdynamik an und schürten die Sorgen vor einer "harten Landung" im Reich der Mitte. Hinzu kamen plötzlich Verwerfungen am Interbankenmarkt. Im Juni schossen die Geldmarktsätze binnen kürzester Zeit auf nie dagewesene Höchststände und malten das Schreckgespenst eines Zusammenbruchs des Finanzsystems an die Wand. Hinzu kommt eine hohe private Verschuldung von rund 160% des Bruttoinlandsproduktes. Droht also ausgehend von China eine neue Asienkrise oder ausgelöst durch den Zusammenbruch einer chinesischen Bank ein "Lehman 2.0"? Nein, meint Dr. Andreas Busch, Senior Analyst Economics des Anleihemanagers Bantleon: "Sollten die Wirtschaftsreformen greifen, müsste es China möglich sein, aus den hohen Schulden herauszuwachsen. Ein Pluspunkt ist vor allem die geringe Auslandsverschuldung, die China von den Launen ausländischer Kapitalgeber unabhängig macht. Ferner ist die Gefahr gering, dass der aktuell hohe Schuldenstand zu vermehrten Zahlungsausfällen und einer Kettenreaktion führt. Hier dürfte sich vielmehr zeigen, dass die grosse Einflussnahme des Staates auf Banken und Unternehmen ausnahmsweise einmal kein Nachteil sein muss, sondern stabilisierend wirken könnte."

Lesen Sie hierzu die angehängte Analyse.

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