Industrielle Renaissance in den USA

Andreas Schneller (EIC Partners AG) und Matthias Pfister (GL Funds), Manager des US Industrial Renaissance Fund.
Andreas Schneller (EIC Partners AG) und Matthias Pfister (GL Funds), Manager des US Industrial Renaissance Fund.

Nicht nur billige Energie verhilft der Industrie in den USA zu einer Renaissance. “Viele Faktoren machen die USA wieder zu einem der attraktivsten Industriestandorte weltweit”, sagen Andreas Schneller von EIC Partners und Matthias Pfister von GL Funds als Manager des US Industrial Renaissance Fund. Für Anleger bietet das Thema viele Chancen.

05.05.2014, 17:13 Uhr

Redaktion: dab

Die Amerikanische Energiewende bringt der US Industrie langfristig tiefe Energiepreise und damit den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Dank Schiefergas-Technologie ist die Gasproduktion in den letzten neun Jahren um 34% gestiegen. Der enorme Anstieg des Angebots hat die Gaspreise purzeln lassen. US-Gas kostet gerade einmal ein Drittel der EU-Importpriese und nur ein Fünftel des Preises, den die Japanische Industrie derzeit zu berappen hat. Die gleichen Fördertechnologien finden jetzt auch beim Erdöl Anwendung. Die Förderung von Schieferöl ist derart erfolgreich, dass die Internationale Energieagentur davon ausgeht, dass die USA bis 2020 Saudi Arabien als grössten Ölproduzenten ablösen werden.

Energie ist aber nicht der einzige Erfolgsfaktor. Der Einsatz von Spitzentechnologie und fortgeschrittene Produktionsprozesse bedeuten, dass höhere Lohnkosten in Nordamerika nicht mehr derart ins Gewicht fallen. Für Unternehmen ist der Zugriff auf einen Pool von gut ausgebildeten Fachkräften zunehmend wichtiger als nur tiefe Lohnkosten. Die Produktivität der US Industrie ist hoch und heute sind die Löhne in den USA (adjustiert um die Produktivität) noch gerade mal 2.3x höher als in China. Dies vergleicht sich mit 4.6x im Jahr 2005. Weitere Elemente wie der tiefe US Dollar, ein stabiles rechtliches und politisches System und ein liquider Kapitalmarkt sprechen ebenfalls für die USA. Die günstige Energie ist der Katalysator, der entscheidende Schritt hin zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil für die US Industrie.

Immer zahlreicher werden die Beispiele von Unternehmen, die ihre Produktion in die USA verlagern oder die bestehenden Kapazitäten ausbauen. Sasol investiert über USD 16 Milliarden in einen Chemiekomplex in Louisiana, Dow Chemical baut für USD 4 Milliarden seine Ethylenwerke in Texas aus und die Kanadische Methanex verlagert für USD 550 Millionen einen Standort von Chile nach Louisiana. Gemäss der renommierten Beratungsfirma IHS belaufen sich alleine die Direktinvestitionen in der chemischen Industrie auf über USD 129 Milliarden. Damit die Energierohstoffe zu den Werken transportiert werden können müssen über USD 200 Milliarden in die Infrastrukturen investiert werden. Dazu gehört auch der Ausbau der Flüssiggasinfrastruktur (LNG), wo Cheniere Energy in Texas für USD 6 Milliarden baut. Die Hersteller von Stahl und Komponenten für die neuen grossen Industrieanlagen gehen ebenfalls dazu über die Kapazitäten auszubauen. Ein Prozess der jetzt gerade beginnt und seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Namhafte internationale Unternehmen wie Toyota, Siemens, Airbus und Rolls-Royce haben ebenfalls Produktion in die USA verlagert. Weitere werden folgen.

Für Anleger gibt es fünf Bereiche, die Potenzial haben besser abzuschneiden als der gesamte Aktienmarkt. Die US Öl- und Gasproduzenten sind mit Wachstumsraten von über 30% gut positioniert. Der zweite attraktive Bereich sind die energieintensiven Industrien wie Chemie und Düngemittel wo die Energiekosten über 60% der Produktkosten ausmachen. Der Ausbau von Infrastrukturen und Flüssiggas (LNG) bietet ebenfalls Chancen. Am interessantesten ist momentan der vierte Bereich mit der gesamten Ausrüsterindustrie, die von Pumpen und Ventilen hin zu elektrischen Steuerungen alles herstellt, was die industrielle Renaissance braucht. Schliesslich werden Ingenieur- und Bauunternehmen vom Boom profitieren und die wachsenden Auftragsbücher sollten auch zu weiteren Kursavancen führen.

Die Chancen stehen gut, dass der nächst Industrie-Boom in den USA stattfindet. Investoren sollten es den Unternehmen gleichtun und vermehrt Kapital aus Europa und Japan in die USA verschieben. Der Energiekostenvorteil der USA sorgt dafür, dass US Unternehmen nachhaltig Vorteile haben werden. Jetzt ist der Zeitpunkt um von diesem Trend zu profitieren.

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