Indien entwickelt sich zum Wachstumsmotor Asiens

Ajay Argal, Head of Indian Equities, Baring Asset Management
Ajay Argal, Head of Indian Equities, Baring Asset Management

Indiens Wirtschaft wächst schneller als die chinesische – seit Jahresbeginn liegt der indische Aktienmarkt mit 10% im Plus. Entsprechend des jüngsten Haushaltsplans hat sich insgesamt die Bilanz Indiens verbessert und zeigt eine Verschiebung von laufenden zu Investitionsausgaben, die mehrere Milliarden Dollar an Kapital für Infrastrukturinvestitionen beinhalten, so Ajay Argal von Baring Asset Management.

11.03.2015, 11:01 Uhr

Redaktion: ist

Indien befindet sich aktuell in einer beeindruckenden Investitions- und Wachstumsphase, die durch die gegenwärtige reformorientierte Regierungspolitik noch weiter verstärkt wird, so Baring Asset Management. Die Entwicklung Indiens gehört laut der internationalen Investmentgesellschaft mittlerweile zu den besten innerhalb der Schwellenländer. Seit Jahresbeginn liegt der indische Aktienmarkt mit 10% im Plus, was nicht zuletzt auf eine positive Reaktion auf die gute Haushaltskonsolidierung, die günstigen Inflationszahlen sowie die strukturellen Reformen zurückzuführen sei, die im Rahmen des letzten Haushaltsplans angekündigt wurden.

Ajay Argal, Head of Indian Equities bei Baring Asset Management, kommentiert: „Obwohl die Erwartungshaltung einiger Marktteilnehmer an die Haushaltserklärung vom 28. Februar zu hoch war, wurden dennoch die vielen strukturellen Massnahmen hervorgehoben, die von der indischen Regierung durchgeführt wurden. Die staatliche Planung für den Strassensektor wurde beispielsweise von 300 Milliarden INR auf 827 Milliarden INR angehoben [EUR 4,45 Mrd. / EUR 12,26 Mrd.] und die geplanten Ausgaben für das Schienennetz wurden um mehr als 50% von 640 auf 984 Milliarden INR erhöht, was eine deutliche Verschiebung hin zu Investitionsausgaben darstellt.“

Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene stellte man bei Barings darüber hinaus fest, dass das Leistungsbilanzdefizit über die vergangenen 18 Monate, ausgehend von etwa 5% auf nun 1,5% des BIP, signifikant zurückgegangen ist. Auch der anhaltend niedrige Ölpreis wirke sich positiv auf die Bilanz des Landes aus, da Indien in hohem Masse von einem niedrigen Ölpreis profitiert. Das Land ist stark binnenwirtschaftlich getrieben und so komme ausserdem der Art und Weise der Umsetzung von Reformen und Neuregelungen durch die Regierung eine entscheidende Bedeutung zu. Bei Barings ist man der Auffassung, dass der Markt insbesondere mit Spannung drauf wartet, ob die Steuer auf Waren und Dienstleistung in den kommenden Monaten im Parlament verabschiedet wird und am 1. April 2016 in Kraft tritt.

Ajay Argal erklärt weiter: „Indien ist ein Schwellenland mit einer überdurchschnittlichen Entwicklung und die Reserve Bank of India senkte am 4. März bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 7,5%. Im Zuge der gedämpften Inflation gehen wir davon aus, dass die Unternehmensgewinne steigen werden, was wiederum den Ertragszuwächsen des Gesamtmarktes Auftrieb verleihen dürfte. Es ist offensichtlich noch Raum für weitere Zinssenkungen vorhanden, diese hängen jedoch von Faktoren wie beispielsweise dem Ölpreis und grossen Währungsbewegungen ab.“

Ajay Argal ergänzt: „Der Bankensektor ist einer der primären Sektoren in Indien und wir gehen davon aus, dass sich dieser Bereich zukünftig ausweiten wird, vor allem, weil effiziente Unternehmen des privaten Sektors Marktanteile zulasten von öffentlichen Einrichtungen gewinnen. Über die kommenden drei bis fünf Jahre erwarten wir ein Wachstum in Höhe von etwa 20%. Diese Art des Wachstums ist in anderen Aktien nicht verfügbar, weshalb wir den Finanzsektor übergewichtet haben. Aktive Fondspositionen in hochwertigen Bankentiteln des privaten Sektors umfassen die HDFC Bank, die Axis Bank und die Indusind Bank.

Ähnlich sieht es im Bereich des zyklischen Konsums aus. Über die kommenden drei bis fünf Jahre betragen die erwarteten Volumenzuwächse für Automobilhersteller wie Maruti Suzuki India mehr als 10%. In dieser Aktiensparte fielen die Erträge in den letzten Jahren schwach aus, wir gehen jedoch im Zuge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Erholung, die zu einem Anstieg der Nachfrage führen dürfte, davon aus, dass das Mengenwachstum wieder zunehmen wird.“

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