Griechenlandkrise: Eine Vereinbarung mit schweren Folgen

Monica Defend, Head of Global Asset Allocation Research bei Pioneer Investments.
Monica Defend, Head of Global Asset Allocation Research bei Pioneer Investments.

Monica Defend, Head of Global Asset Allocation Research, und Andrea Brasili, Senior Economist Global Asset Allocation Research von Pioneer Investements, kommentieren die jüngsten Geschehnisse in Sachen Griechenlandkrise.

14.07.2015, 10:12 Uhr

Autor: ce/dab

Nach einer Marathonsitzung hat die EU nun ein drittes Hilfspaket für Griechenland beschlossen in Höhe von fast 90 Milliarden Euro. Die zu erfüllenden Bedingungen die Athen auferlegt wurden sind stikter als die vorigen, da die Kapitalkontrollen die Situation des Landes noch verschärften. Bis zum 15 Juli, muss das griechische Parlament eine lange Liste von Massnahmen bewilligen, sodass der Prozess der Verhandlungen weitergeführt werden kann. Premierminister Tsipras legt dem griechischen Parlament somit einen zäheren Plan vor als gewünscht. Die einzige Errungenschaft die er vorweisen kann ist die Zusage der EU, Investment und Wachstum in Griechenland durch Zuschüsse anzukurbeln. Obwohl ein Abkommen selbstverständlich wünschenswert ist, ist noch nicht sicher dass Athen diese Forderungen annimmt, oder ob gar ein Machtwechsel bevorsteht. Überdies ist natürlich auch im Falle einer Zustimmung des Parlaments nicht gewährleistet dass das Land die Bedingungen auch erfüllen kann, was natürlich Neuverhandlungen nach sich ziehen würde. Dennoch reagieren die Märkte laut Monica Defend und Andrea Brasili von Pioneer Investments zum Grossteil positiv:

  • Schon seit letzter Woche haben die Finanzmärkte die Vereinbarung Griechenlands mit der Europäischen Union vorhergesehen mit Folgen auf den Aktienmärkten und bei den Peripherieanleihen. Daher sieht Pioneer Investments limitiertes Potenzial für eine weitere Erholung nach der erstmaligen positiven Reaktion auf den Märkten.
  • Ein Deal ist immer besser als kein Deal, daher beurteilt Pioneer Investments eine Entscheidung in der Eurozone als gewinnbringend. Dies kann als Schritt in Richtung fortschreitender Europäischer Integration gesehen werden dennoch müssen substantielle Schritte folgen, um die Union zu stärken. Es wird sich zeigen, wie diese aussehen werden.
  • Auf den Finanzmärkten beobachtet Pioneer Investments weiterhin eine hohe Volatilität, die jedoch nicht nur durch Griechenland bedingt ist. Auch der unkontrollierte und unvorhersehbare Newsflow trägt seinen Teil zur Volatilität bei.

Lesen Sie hier den gesamten Kommentar in Englisch.

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