"Gegenbewegungen zur Währungspolitik werden sich verstärken"

Alan Levenson, Chief Economist USA, bei T. Rowe Price.
Alan Levenson, Chief Economist USA, bei T. Rowe Price.

Das durch fallende Ölpreise und den starken US-Dollar verursachte anspruchsvolle Umfeld für Unternehmensprofite sollte sich allmählich verbessern. Dies erläutern die Anlagespezialisten von T. Rowe Price in ihrem Jahresausblick für 2016.

23.11.2015, 16:29 Uhr

Redaktion: jog

Da die Abschwächung, die der Markt 2015 aufgrund der schwachen Ölpreise und des starken US-Dollars erlebt hat, langsam nachlässt, wird erwartet, dass sich die Profite amerikanischer Unternehmen 2016 erholen werden. In Anbetracht des weiterhin gedämpften Wachstums in den meisten Industrieländern und auch in einigen Schwellenländern sollten Anleger jedoch auch zukünftig mit verhaltenen Renditen rechnen.

Die Inflation dürfte günstig bleiben – steigend zwar, aber bei den Industrieländern immer noch tief und den Schwellenländern generell noch tiefer. In den Industrieländern liegt die Kerninflation deutlich unter den angestrebten Werten der Zentralbanken; innerhalb der Schwellenländer ist die Situation nicht einheitlich. Die Währungspolitiken der Zentralbanken werden sich weiterhin unterschiedlich gestalten, was weltweit selektive Zins- und Währungschancen auf den Anleihemärkten eröffnet.

Robustes Wachstum nötig
Leicht steigende Kurzfristzinsen in den USA sollten den Aktienmarkt 2016 nicht behindern, wobei ein robustes weltweites Wachstum nötig ist, um generell günstigere Bedingungen zu schaffen. Das globale Wachstum wird von der Konsum- und Dienstleistungsbranche und von Firmen, die als „disruptive Innovatoren“ agieren, angekurbelt. Alan Levenson, Chief Economist USA, bei T. Rowe Price, erklärt: «Die Gegenbewegungen zur Währungspolitik werden sich verstärken. Dies geschieht als Folge der allmählichen Normalisierung der Zinssätze durch die US-Notenbank, nachdem sich die Zinssätze während fast sieben Jahren zwischen 0 und 0,25 % bewegt haben. Dennoch gehen wir davon aus, dass die Zentralbanken in den Industrieländern weiterhin äusserst expansiv agieren werden. Die Geldpolitik in Schwellenländern wird wahrscheinlich ebenfalls zu expansiverem Verhalten neigen, aber mit breiterer Streuung.»

China: Chancen in Technologie, Konsum und Dienstleistungen
Die Aktienrenditen in Schwellenländern werden weiterhin von Land zu Land unterschiedlich bleiben. Lateinamerikanische Märkte, die an Rohstoffe gebunden sind, könnten auch im nächsten Jahr Schwierigkeiten haben. In Asien (ohne Japan) sind die Aktienbewertungen allgemein überzeugend, und es wird erwartet, dass sich die Unternehmensgewinne nach mehreren Jahren schwachen Wachstums in vielen Märkten verbessern werden. Obschon Chinas wirtschaftliche Herausforderungen weitgehend bekannt sind, gibt es auch hier Chancen – vor allem in den Sektoren Technologie, Konsum und Dienstleistungen sowie in einigen staatlichen Firmen, die derzeit Strukturreformen unterzogen werden. «Bei den Turbulenzen, die sich kürzlich in den asiatischen Märkten beobachten liessen, handelt es sich nicht um den Anfang einer Krise. Reformen werden durchgeführt, wenn auch langsam, die Bewertungen sind förderlich für künftige potenzielle Gewinne, und der Ausblick für die Unternehmenserträge ist zunehmend positiv. Zudem profitiert der Grossteil von Asien von den fallenden Rohstoffpreisen. Jedoch bleiben gewisse Herausforderungen bestehen, beispielsweise die schwache Exportnachfrage, hohe Verschuldung – vor allem in China – und verbesserungswürdige Eigenkapitalrenditen von Unternehmen. Wir erwarten im nächsten Jahr weder einen Boom noch eine Krise der asiatischen Wirtschaft, und wir sind überzeugt, dass die Märkte in der Region viele Möglichkeiten mit angemessenen Bewertungen bieten», sagt Anh Lu Portfoliomanagerin, verantwortlich für die Aktienstrategie für Asien (ohne Japan) bei T. Rowe Price.

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