Eurozone überflügelt die USA

Patrick Moonen, Senior Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners
Patrick Moonen, Senior Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners

Nach Einschätzung von NN Investmen Parters, werden die Gewinne in der Eurozone erstmals seit 2007 die der USA übertreffen.

10.08.2015, 15:29 Uhr

Redaktion: ce

In diesem Jahr werden die Gewinne in der Eurozone erstmals seit 2007 die der USA übertreffen. Das jedenfalls ist die Einschätzung von NN Investment Partners (NN IP), vormals ING Investment Management. Nach Angaben des Vermögensverwaltungshauses dürfte das Gewinnwachstum in den USA in den nächsten Jahren unterdurchschnittlich ausfallen, obwohl die Q2-Berichtssaison in den USA die Erwartungen leicht übertroffen hat: Rund 70 Prozent aller Unternehmen erzielten bessere Ergebnisse als erwartet.

Nur moderates US-Wachstum vorhersehbar
Das oben erwähnte lag u. a. an folgenden Faktoren: Die Gewinnspannen haben nahezu die Höchststände von 2007 erreicht, da die Umsätze schneller stiegen als die Löhne und der US-Dollar in erster Linie positive Impulse beisteuerte. Angesichts der Erholung am Arbeitsmarkt ist mit einem gewissen Aufwärtsdruck auf die Löhne zu rechnen, auch wenn dies noch nicht augenfällig ist. Wenn die Federal Reserve im vierten Quartal schliesslich die Zinsen anheben wird, könnte das den Dollar weiter stärken und somit die Exportentwicklung bremsen. Hinzu kommt die aktuelle Positionierung im Gewinnzyklus: Tatsächlich liegen die Gewinne bereits über 20 Prozent über dem Langzeittrend. Wann immer dies in der Vergangenheit der Fall war, kam es zwangsläufig zu einer Trendwende in Richtung Mittelwert und entsprechend zu Wachstum unter der Trendrate.

EU zeigt sich vielversprechend
Dazu Patrick Moonen, Senior Strategist Multi-Asset bei NN Investment Partners: "Die Gewinnentwicklung in der Eurozone verläuft momentan ganz anders als in den USA. Zunächst einmal erwarten wir eine gute Berichtssaison für das zweite Quartal in Europa. Das liegt u. a. an den freundlicheren Konjunkturaussichten, wobei die Euro-Peripherie besonders gut abschneiden soll. Hinzu kommen die positive Wirkung eines geschwächten Euro und die hohe Operational Leverage, die die bislang stagnierenden Margen stützen wird. Aufgrund des geschwächten Arbeitsmarktes dürfte sich das Lohnwachstum in Grenzen halten, soweit dies nicht mit Produktivitätsverbesserungen einhergeht. Im Ergebnis wird das europäische Gewinnwachstum in diesem Jahr erstmals seit 2007 das der US-Gewinne überflügeln."

Moonen wies allerdings auch darauf hin, dass die Entwicklung in China diese rosigen Aussichten verdüstern könnte. Die operativen Bedingungen für europäische Unternehmen in China sind schwierig, wobei insbesondere die Nachfrage nach Kfz und Zement in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist.

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