Eurowurstelei bringt auf Dauer nichts

Florence Pisani, Ökonomin von Dexia Asset Management
Florence Pisani, Ökonomin von Dexia Asset Management

Um den Fortbestand des Euro zu schützen, fordert Florence Pisani, Ökonomin von Dexia Asset Management, eine radikale Umkehr der Eurostrategie: Das Wirtschaftswachstum müsste gefördert werden, speziell in den Peripheriestaaten.

15.06.2012, 16:02 Uhr

Redaktion: sek

Florence Pisani, Ökonomin von Dexia Asset Management, schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Euroaustritts von Griechenland aus heutiger Sicht (vor den Wahlen) auf 25% ein. Ein Austritt Griechenlands würde Spanien und Portugal unter massiven Druck setzen und die Existenz des Euro gefährden.

Um den Fortbestand des Euro zu schützen, fordert Pisani eine radikale Umkehr der Eurostrategie: Das Wirtschaftswachstum müsste gefördert werden, speziell in den Peripheriestaaten. Als weitere Massnahmen seien die Emission von Eurobonds, die Rekapitalisierung der Banken sowie weitere überzeugende Initiativen der Europäischen Zentralbank (EZB) nötig. Um zwischen den Eurostaaten eine engere Zusammenarbeit zu ermöglichen, müssten die Länder bezüglich Souveränität gewisse Abstriche hinnehmen.

„Eine grundlegende Neuausrichtung der Eurostrategie ist auf jeden Fall nötig. Falls Griechenland in der Eurozone bleibt und sich die Eurostaaten wie bisher weiter durchwursteln, werden wir früher oder später vor derselben Situation stehen wie heute“, so Pisani.


Eine Grafik mit Einschätzungen von Florence Pisani zu den beiden Szenarien Austritt bzw. Verbleib Griechenlands im Euro (in Englisch) finden Sie hier.

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