Europäische Nebenwerte auf dem Weg nach vorne

Cristina Matti, Head of Small Cap Europe bei Pioneer Global Investments.
Cristina Matti, Head of Small Cap Europe bei Pioneer Global Investments.

Europäische Aktien, insbesondere die kleinen und mittleren Nebenwerte, profitieren am meisten von der Rückkehr Europas auf den Wachstumspfad – das ist die Kernaussage des neuesten „FOCUS“ von Pioneer Investments.

07.05.2014, 15:51 Uhr

Redaktion: dab

Sieben Gründe nennen die Manager des „Pioneer Funds – European Potential“, die bei einer Investition in Small – und Mid Caps in Erwägung gezogen werden sollten.

1. Von Natur aus zyklisch
Europäische Small- und Mid-Caps reagieren stärker auf den Konjunkturzyklus als die Gesamtheit europäischer Aktien. Werte aus konjunktursensitiven Sektoren wie Industrie, Konsumgüter und Technologie haben im MSCI Europe Small Caps ein höheres Gewicht als im MSCI Europe, der den Gesamtmarkt abdeckt. Damit verschaffen sie dem Anleger eine stärkere Beteiligung am Aufschwung oder einer Beschleunigung des Wirtschaftszyklus

2. Nicht nur besseres „Beta“
Die Performance von Europäischen Small- und Mid-Caps übertrifft in steigenden Aktienmärkten die Performance des Gesamtmarkts. In den letzten 13 Jahren schnitten sie nur in drei Jahren schlechter ab als der Gesamtmarkt, davon waren zwei Jahre (2008 und 2011) generell negativ. In 2001 und 2002 hingegen konnten die Small- und Mid-Caps bei insgesamt negativer Wertentwicklung den Gesamtmarkt schlagen.

3. Solidere Kapitalstruktur als oft vermutet
Die kleineren und mittleren Unternehmen in Europa haben in den letzten Jahren ihre Bilanzen in Ordnung gebracht und können nun mit hohen Cash Beständen und gesunden Verschuldungsquoten aufwarten. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt laut JPM Research 1,2 – leicht unter dem von Large Caps (1,4). Und: 38,5 % aller Firmen im kleineren und mittleren Segment verfügen über eine positive Nettoliquidität.

4. Attraktives Gewinnwachstum
Die Umsätze der europäischen Small- und Mid-Caps sollen (nach IBES*) in 2014 um 7,4 Prozent wachsen, was zu einem Gewinnwachstum von 24 Prozent führen dürfte. Damit werden sie besonders interessant für „Growth“-Investoren. Die steigenden Gewinne werden die Bewertungen unterstützen, auch wenn sie nicht so hoch ausfallen sollten wie die optimistischen Schätzungen.

5. Im „Flow“
Nachdem einige Jahre lang viel Geld in Fixed Income geflossen ist, scheint der Risikoappetit generell wieder zuzunehmen. Small- und Mid-Caps haben besonders starke Zuflüsse verbucht. In den letzten zwölf Monaten sind circa 50 Milliarden Euro in europäische Aktien investiert worden, mehr als ein Drittel davon in Nebenwerte. Wir erwarten, dass dieser Strom in den nächsten Monaten anhält.

6. Ungeschliffene Diamanten
Auch wenn Informationen über Nebenwerte generell immer leichter zugänglich wird und Investoren und Broker sich sehr für Nebenwerte interessieren, bleibt immer noch genug Raum für aktive Manager, früher als der Markt die Werte mit großem Potential zu entdecken. Immerhin werden 60 Prozent der Unternehmen von weniger als fünf Analysten bearbeitet, nur 20 Prozent der Unternehmen kommen auf mehr als 10 Analysten.

7. M+A-Phantasie als Sahnehäubchen
Fusionen und Übernahmen sind vor allem in den Bereichen Telekommunikation, Medien und Technologie ein beherrschendes Thema. Small- und Mid-Caps sind oft Marktführer in ihren jeweiligen Teilmärkten. Sie verfügen über motivierte Managementteams und können auch das Aufbürden von Akquisitionsfinanzierungen verkraften – dank ihrer gesunden Kapitalstruktur und ihrer Fähigkeit, Umsatzzuwächse in hohe Gewinne zu wandeln. Das macht sie zu natürlichen Übernahmezielen.

*IBES (Institutional Brokers' Estimate System) ist eine Datenbank, die einen Durchschnitt aus Gewinnschätzungen von allen Analysten und Brokerhäusern liefert

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