Erstes Quartal 2014 erfüllt die Erwartungen

Helga Kern ist Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund.
Helga Kern ist Mitglied des Advisory Committees des Swiss Active Alpha Fund.

Um +8.9% hat der Wert des Swiss Active Alpha Fund seit Jahresbeginn zugenommen – der SPI Extra Index (+7.1 %) wurde damit übertroffen. Der Markt hat sich im April, abgesehen von einem vorübergehenden leichten Einbruch zur Monatsmitte, seitwärts entwickelt. Die Ergebnisse für das erste Quartal 2014 haben – soweit sie bereits vorliegen – die Erwartungen erfüllt und teilweise sogar übertroffen.

02.05.2014, 09:38 Uhr

"Unsere Analysen der kotierten schweizerischen Gesellschaften zwischen 1995 und 2013 zeigen, dass die EBIT-Margen nahe der historischen Höchstwerte liegen. Die Industriewerte im SMI erzielten 2006 und 2007, als der SMI Index mit über 9000 Punkten den Höchststand erreichte, eine durchschnittliche EBIT-Marge von 18.0 % rsp. 18.2 %. Diese Spitzenwerte werden 2013 mit 17.9 % fast wieder erreicht – von Krise kann wohl kaum mehr gesprochen werden! Bei den Mid- und Small Caps besteht dagegen noch mehr Potential. In den Jahren 2006 und 2007, als der SPI Extra bei 2500 Punkte notierte, errechnete sich die durchschnittliche EBIT-Marge der Industrie-Gesellschaften auf 8.8 %. Heute liegt sie erst bei 7.5 %! In den letzten zehn Jahren sind zudem die Fremdkapital-Kosten deutlich gefallen. Bei vielen Gesellschaften, sofern sie denn über Netto-Fremdkapital verfügen, hat sich die Lücke zwischen EBIT und Gewinn verringert, womit Gewinn und EPS überproportional zugenommen haben. Wir kommen zum Schluss, dass das Gewinnwachstum künftig weit stärker vom (Umsatz)-Wachstum als von Effizienzsteigerungen getragen sein muss. Damit wird auch das nicht organische Wachstum mit Fusionen und Uebernahmen weiter an Bedeutung gewinnen.

Die gute Performance im laufenden Jahr ist in erster Linie Bobst (+47.9 %), Autoneum (+37.2 %) und Calida (+31.4 %) geschuldet. Im vergangenen Monat hielten sich mit Ausnahme von Calida (+16.8 %) die Kursbewegungen unserer Beteiligungen in Grenzen. Der IT-Logistiker Also hat im ersten Quartal 2014 den Umsatz um 2 % und den Gewinn um 12 % auf 11.9 Euro Mio gesteigert. Die Konzentration auf margenstärkere Aktivitäten hat zwar leichte Marktanteils-Verluste in Zentraleuropa zur Folge, führt aber zu einer höheren Profitabilität. Der erfolgreiche turn-around in Finnland spiegelt sich in einem von 0.7 auf 2.7 Euro Mio verbesserten EBIT im Geschäftsbereich Nord/Osteuropa wider und die Uebernahme von Alpha (Drucker) mit einem Umsatz von 590 Euro Mio kommt erst im Jahresverlauf zum Tragen. Eine kleine Beteiligung haben wir an der Goldbach Group, einem Werbevermarkter im Privat-TV und in elektronischen Medien, aufgebaut. Durch langfristige Werbeverträge mit SAT1 und RTL, welche durch Beteiligungen der TV-Gesellschaften an der gemeinsamen Vermarktungsgesellschaft abgesichert sind, verfügt man über einen Marktanteil von 40 % und erzielt einen Gewinn von schätzungsweise 28 – 30 CHF Mio. Davon entfallen allerdings 46 % auf Drittaktionäre. Die wenig erfolgreiche Expansion nach Polen und Rumänien ist mit den letztjährigen Impairments von 20 CHF Mio abgeschlossen. Die Gesellschaft mit einer Börsenkapitalisierung von 120 CHF Mio verfügt über eine Netto-Liquidität von 57 CHF Mio und erzielt einen freien Cash-flow von 8-10 CHF Mio p.a. Im Laufe des Jahres will die Gesellschaft entscheiden, in welchem Ausmass die Mittel in organisches Wachstum investiert und/oder an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollen. Wachstumspotential besteht bei Digital und Digital out of home, wo die Kontakte zu 300-400 Anbietern neue Dienstleistungen zulassen. Schmolz+Bickenbach hat den Verkaufsprozess für das deutsche Distributions-Geschäft mit 600 Euro Mio Umsatz angekündigt. Gleichzeitig wurde ein genehmigtes Kapital im Umfang von 50 % der derzeit ausstehenden Aktien geschaffen. Aufgrund der Interessen-Kongruenz mit der Aktionärsgruppe um den Ankeraktionär Vekselberg mit zusammen 41 % erscheint uns das "Verwässerungs-Risiko" gering."

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