Dividenden-Aktien geben bei steigenden Zinsen nicht immer nach

Nick Clay, Portfolio Manager des BNY Mellon Global Equitiy Income Funds bei Newton IM
Nick Clay, Portfolio Manager des BNY Mellon Global Equitiy Income Funds bei Newton IM

Zu Beginn der neuen Marktphase hinterfragt Nick Clay von Newton IM einige der gängigen Annahmen bezüglich dieser Anlageklasse. Seiner Meinung nach sollten die Gründe für die Zinserhöhungen in den Vordergrund gerückt werden.

17.01.2019, 18:27 Uhr

Redaktion: ase

Nick Clay, Portfolio Manager des BNY Mellon Global Equitiy Income Funds bei Newton IM, eine Boutique von BNY Mellon IM, verwirft die seines Erachtens "naive" Annahme, dass "anleiheähnliche", qualitativ hochwertige und wachstumsarme Aktien bei steigenden Zinsen immer unterdurchschnittlich abschneiden. Stattdessen würden die Gründe für die Zinserhöhungen weitaus mehr Aufschluss über die prognostizierten Renditen geben.

Das Jahr 2017 habe ein "perfektes" Goldlöckchen-Umfeld geboten, wobei diese Einbahnstrasse des Wachstums jedoch allmählich ende. Daher müssen sich die Anleger laut Clay nun darauf besinnen, in welcher Phase des Zyklus sie sich derzeit befinden. "Zwischen Ende 2016 und Anfang 2018 legten Aktien 15 Monate in Folge zu. Die Kurse fielen einfach nicht. Der maximale Verlust belief sich dabei auf lediglich zwei Prozent. Die Perfektion war vollkommen", beschreibt Clay die damaligen Verhältnisse.

"Da die Sharpe-Ratio bei über vier lag, vergassen die Anleger, dass die Märkte keine Einbahnstrasse sind, sondern sich in zwei Richtungen bewegen."

Naive Annahme überdenken
Die Kreditblase in China stellt gemäss Clay ein enormes Risiko dar und lässt die steigenden Zinsen in den USA bedenklich erscheinen, was den Anlegern erhebliche Unsicherheiten beschert. "Damit stellt sich wie immer die entscheidende Frage, wo wir uns derzeit im Zyklus befinden, denn für Dividenden-Anleger sind steigende Zinsen problematisch", so der Portfoliomanager. Denn es entspreche der weitläufigen Meinung, dass anleiheähnliche Aktien gemieden werden sollen.

Für Clay ist eine solche Annahme naiv. "Wir haben uns die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen angeschaut und festgestellt, dass diese in den letzten 20 Jahren sechsmal gestiegen ist. Anschliessend haben wir diese in Körbe aus Aktien aufgeteilt, die im FTSE World Index enthalten sind und unterschiedliche Renditen aufweisen. Auf diese Weise wollten wir herausfinden, ob die Titel bei steigenden Zinsen über- oder unterdurchschnittlich abgeschnitten haben", erläutert er. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Aktien nicht immer hinter dem Marktdurchschnitt zurückblieben, womit diese Annahme widerlegt sei.

Falscher Fokus der Anleger
Die Gründe für den Zinsanstieg sind nach Clays Ansicht von viel grösserer Bedeutung. "Wenn der Zinsanstieg in der allmählichen Rückkehr des Wirtschaftswachstums, in einer aufkeimenden Inflation oder im perfekten Goldlöckchen-Szenario begründet liegt, dann würden Qualitätswerte mit niedriger Volatilität unterdurchschnittlich abschneiden und Sex and Violence-Aktien eine Outperformance hinlegen", sagt er. Ist jedoch ein nahender Spätzyklus, in dem sich das Wirtschaftswachstum allmählich abschwächt, der Grund für die stark steigenden Zinsen, würden wachstumsarme Qualitätswerte überdurchschnittlich abschneiden, während Sex and Violence-Titel hinter dem Markt zurückblieben.

Clay würdigt den Zinseszins als "achtes Weltwunder" und eigentlichen Renditetreiber seines Fonds. In Anbetracht der heutigen Bewertungen ist er auch der Ansicht, dass diese dynamische Entwicklung gerade erst an Fahrt gewinnt.

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