Die US-Konjunktur bekommt neuen Schwung

Lindsay Bernum, Global Macro Analystin bei Janus Capital
Lindsay Bernum, Global Macro Analystin bei Janus Capital

Die Janus-Expertin erwartet, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr auf 3 Prozent erhöhen wird. Für das Gesamtjahr 2014 gehen sie trotz der anfänglichen Wachstumsdelle von einem Plus von 2,5 Prozent aus.

14.07.2014, 09:25 Uhr

Redaktion: jf

Die US-Wirtschaft liegt trotz eines schwächer als erwartet verlaufenen ersten Quartals weiter auf Erholungskurs. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des amerikanischen Asset Managers Janus Capital in ihrem aktuellen makroökonomischen Ausblick. „Die wetterbedingten negativen Impulse zu Anfang des Jahres haben gezeigt, dass der Aufschwung der US-Wirtschaft eben nicht gradlinig verläuft und auch mal kleinere Rücksetzer möglich sind“, sagt Lindsay Bernum, Global Macro Analystin bei Janus Capital. „Aber das Konjunkturtempo wird sich bereits im zweiten Quartal wieder beschleunigen“, ist Bernum überzeugt.

„Dass der Aufschwung zunächst auf noch etwas wackeligen Beinen stand, resultiert unser Meinung nach daraus, dass das Wachstum eines grossen Teils der US-Firmen auf ihre M&A-Aktivitäten zurückzuführen ist“, sagt Lindsay Bernum. „Aber wir sehen, dass die Ausgaben des Unternehmenssektors auf dem Weg sind, das Vor-Krisen-Niveau zu erreichen.“ Gestärkt werden die Janus-Experten in ihrer Annahme durch eine Reihe von Fundamentaldaten. So sind die Hauspreise per Ende März gemessen am S&P/Case-Shiller-20-City-Index innerhalb von zwölf Monaten um 12,4 Prozent gestiegen, das Verbrauchervertrauen ist hoch und die Arbeitslosenquote weiter Richtung der Sechs-Prozent-Marke gesunken. „Vor diesem Hintergrund sind unseren Daten zufolge die Konsumausgaben der privaten Haushalte im zweiten Quartal weiter gestiegen. Wir rechnen daher auf absehbare Zeit mit einer Normalisierung der lange Zeit sehr niedrigen Inflationsrate.“ Die Janus-Experten prognostizieren in ihrem aktuellen Ausblick, dass die Kerninflation im Jahresverlauf auf 1,9 Prozent steigen wird, nach 1,7 Prozent im Gesamtjahr 2013. Damit würde die Preissteigerungsrate sehr nah an der von der US-Notenbank Fed als Ziel vorgegebenen Zwei-Prozent-Marke liegen. „Die Verbraucher profitieren von den insgesamt niedrigeren Rohstoffpreisen etwa beim Rohöl. Ausserdem sind steigende Löhne, die die Inflation anfachen könnten, derzeit nicht zu beobachten“, so Bernum. Allerdings wird die Fed ihre geldpolitischen Lockerungsmassnahmen weiter zurückfahren, so dass die Experten von Janus Mitte kommenden Jahren mit steigenden Renditen am Kapitalmarkt rechnen. „Die gute Nachricht daran ist jedoch, dass nach ein paar kommunikativen Missverständnissen im Frühjahr die Fed nun bereit ist, die Märkte allmählich in die Phase einer wieder strafferen Geldpolitik zu führen“, so die Expertin.

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