Die US-Gesundheitsbranche bleibt eine Wachstumsstory

Andy Acker, Fondsmanager des Global Life Sciences Fund bei Janus
Andy Acker, Fondsmanager des Global Life Sciences Fund bei Janus

Der Innovationsschub im Gentechnik-Bereich und die Billigung der Gesundheitsreformen treiben US-Health-Care-Papiere nach oben. Laut Andy Acker, Life Science Spezialist bei Janus Capital, sind die derzeit hohen Bewertungen grundsätzlich auch gerechtfertigt.

07.07.2015, 10:39 Uhr

Redaktion: jod

Der Innovationsschub vor allem in der Gentechnik hat in den vergangenen Jahren die Kurse im US-Gesundheitssektor nach oben getrieben. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele Investoren, ob die mittlerweile erreichten Bewertungen noch angemessen und der Höhenflug der Branche vorüber sein könnte. Eine Reihe von Branchenunternehmen bietet jedoch weiterhin eine spannende Investmentstory, die hohes Kurspotenzial verspricht. Zu dieser Einschätzung kommt Andy Acker, Analyst und Fondsmanager des Janus Global Life Sciences Fund des US-Vermögensverwalters Janus Capital. „Es gibt in Einzelfällen zwar Anzeichen einer übertriebenen Euphorie und überzogener Erwartungen vor allem bei noch sehr jungen Biotech-Firmen, deren Geschäftsmodell vom Erfolg eines einzigen Produktes abhängt“, sagt Andy Acker. „Grundsätzlich jedoch ist die Bewertung der Branche insgesamt durch die starke Wachstumsperspektive gerechtfertigt." Ackers Daten zufolge sind die Bewertungen zudem auch nicht so hoch, wie vielfach angenommen. „Aufgrund aktuell gestiegener Ertragserwartungen liegt das Kurs-Gewinn-Verhältis (KGV) der Branche auf Basis zukünftiger Gewinne in etwa auf dem historischen Durchschnitt und damit deutlich unter dem Hoch im Jahre 1999“, sagt Acker.

Wachstumstreiber der Branche seien nach wie vor die Möglichkeiten, die sich für Mediziner und Wissenschaftler aufgrund neuer genbasierter Technologien und Verfahren ergeben. Sie erlauben es ihnen, Therapien für Krankheiten zu entwickeln, für die es bisher keine oder nur wenig erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeiten gab - etwa für Krebs oder Hepatitis. Eine älter werdende Babyboomer-Generation und die zunehmend einkommensstärkeren Konsumenten in den Emerging Markets sorgen dabei für eine stabile Nachfrage nach Pharmaprodukten in den kommenden Jahren. „Bei vielen neuen Medikamenten, die in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen sind, ist das Umsatz- und Gewinnpotenzial häufig dramatisch unterschätzt worden“, gibt Acker zu Bedenken und nennt in diesem Zusammenhang das Beispiel der US-Firma Gilead. Deren KGV lag vor der Einführung des Hepatitis-C-Medikaments Sovaldi bei rund 40. Aufgrund des Markterfolges stieg der Gewinn von Gilead um das Dreifache, dennoch liegt das KGV trotz zwischenzeitlich hoher Kursgewinne aktuell unter 13. „Biotech und Pharmaunternehmen machen zwar die Schlagzeilen, aber sie sind beileibe sind nicht die einzigen, die technologische Fortschritte im Gesundheitssektor machen“, hebt Acker die vielfältigen Investmentmöglichkeiten hervor. „Auch viele Medizintechnikfirmen arbeiten an vielversprechenden Innovationen.“

Entscheidend für Anleger, die in die Gesundheitsbranche investieren wollen, ist nach Meinung von Acker, sich mit den wissenschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen und einen selektiven Anlageansatz zu verfolgen. „Investoren sind gut damit beraten, die biologische Technologie zu verstehen, die hinter einem in der Entwicklung befindlichen Medikament oder einer Therapie steht. Denn so können sie wirklich innovative Unternehmen von denjenigen unterscheiden, die von der Euphorie und dem Momentum in der Branche getrieben werden“, empfiehlt der Anlageexperte. „Unternehmen, die wirklich innovativ sind und sich auf medizinische Anforderungen fokussieren, für die es bislang keine Lösung gab, stellen eine der besten Anlagemöglichkeiten mit Wachstumscharakter im aktuellen Marktumfeld dar.“

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