Alleingang der SNB wäre fatal

Teja von Holzschuher, Chefökonom von Salmann Investment Management
Teja von Holzschuher, Chefökonom von Salmann Investment Management

06.09.2011, 17:58 Uhr

Redaktion: hes

„Die Schweizerische Nationalbank SNB muss einen Joker im Ärmel haben. Im Alleingang kann der Franken kaum in die Knie gezwungen werden“, ist Teja von Holzschuher, Chefökonom von Salmann Investment Management, überzeugt. Er vermutet denn auch, dass die Nationalbank Kenntnis hat von flankierenden Massnahmen aus Euroland. Mit anderen Worten: Die Interventionen der SNB werden das gewünschte Ergebnis nur liefern, sofern aus Euroland Massnahmen angekündigt werden, die eine Lösung der dortigen Defizitprobleme bieten und damit Druck vom Franken nehmen. „Derartige Vorhaben müssten allerdings binnen Tagen bekannt gegeben werden, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht“, warnt er. Sollte sich der Vorstoss der SNB als Alleingang entpuppen, wird der Franken nicht wieder so günstig zu haben sein. Für diesen Fall befürchtet Teja von Holzschuher einen spekulativen Run auf den Franken. „Die SNB verfügt nicht über die notwendigen Volumina, um sich gegen ausländische Devisenschwemmen auf Dauer zur Wehr zu setzen“, betont der Chefökonom. Die Kosten für ein Scheitern der Massnahme wären durch den Schweizer Steuerzahler zu berappen.

Teja von Holzschuher kommentierte die Entscheidung der SNB ebenfalls in der Tagesschau des Schweizer Fernsehen. Den Link zum Video finden Sie hier.

Alle Artikel anzeigen