Festtags- statt Katerstimmung zur Adventszeit in den USA

Bill Hench, Portfoliomanager des Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund
Bill Hench, Portfoliomanager des Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund

"Wette niemals gegen US-Konsumenten" lautet ein amerikanisches Bonmot. Auch diesen Advent könnte der Volksmund Recht behalten. Gemäss Bill Hench, Portfoliomanager des Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund, gibt es gute Gründe, warum private Haushalte der USA mehr ausgeben als ursprünglich angenommen.

27.11.2013, 10:39 Uhr

Redaktion: jf

Mit Spannung erwartet der Einzelhandel den "Schwarzen Freitag". In den USA fällt an jedem letzten Freitag im November der inoffizielle Startschuss zum Weihnachtsverkauf. Der entscheidende Jahresendspurt für Einzelhändler beginnt. Viele Läden erwirtschaften zur Adventszeit einen wesentlichen Teil ihres jährlichen Umsatzes. Auch für Anleger ist die Phase interessant: Keine Zeit spiegelt die Konsumstimmung besser. Und der Verbrauch der privaten Haushalte ist bekanntlich wichtiger Faktor des Wirtschaftswachstums.

Noch im Oktober publizierte Morgan Stanley eine Studie, die US-Einzelhändler dunkle Weihnachten prophezeite. Die Rede war von den "schwächsten Feiertagsverkäufen seit 2008" (Morgan Stanley: Expect Coal: We Predict the Weakest Holiday since 2008). Die Studie prognostizierte, dass "ein unsicheres makroökonomisches Umfeld, eine unvorteilhafte Kalenderkonstellation, ein Fokus auf teure Anschaffungen (Autos, Haushaltgeräte, Heimbaumarkt) und mehr Rabattaktionen sowohl dem diesjährigen Weihnachtsverkauf als auch dem kurzfristige Wachstum einen Strich durch die Rechnung machen."

Grosse Ketten korrigierten ihre Erwartungen nach unten. Und das, nachdem sie bereits ein enttäuschendes 3. Quartal hinter sich hatten. Als wäre das noch nicht genug, dauern die diesjährigen Festtagsverkäufe auch weniger lang. Ein spätes Thanksgiving- und frühes Hanukkah-Fest verkürzen die Shopping-Periode. Grosse Einzelhändler wie Target, Macy’s und Wal-Mart haben ihre Festtagsausverkäufe deswegen bereits begonnen.

Bill Hench, Portfoliomanager des Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund glaubt, dass die Stimmung zu pessimistisch ist:

  1. Tiefere Öl- und Gasrechnungen: Gemäss dem amerikanischen Amt für Energiestatistik EIA befinden sich die Erdölimporte auf ihrem tiefsten Niveau seit 1991. Dank der "Fracking"-Technologie fördert die USA vermehrt einheimisches Öl. Das ist günstiger. Öl- und Gasrechnung könnten vielerorts tiefer ausfallen und das gesparte Geld in den Konsum zurückfliessen.

  2. Mehr Arbeitsstellen: Die Arbeitslosenzahlen von Oktober übertrafen in Anbetracht des Shutdowns alle Erwartungen. Über 200‘000 Stellen wurden neu geschaffen. Davon sind rund 97‘000 vom privaten Konsum abhängig (Freizeit und Gastgewerbe +53‘000 Stellen, Einzelhandel +44‘000 Stellen).

  3. Kommt der Wohlfühlfaktor zurück? Auch wenn die US-Wirtschaft alles andere als "robust" ist, ihr Zustand ist besser als erwartet. Zudem sieht nicht danach aus, als ob die Fed und ihre designierte Vorsitzende Janet Yellen es eilig haben, das Quantitative-Easing-Programme zu beenden. Das hat Anlegern mehr Risikoappetit gemacht und US-Aktien zu jüngsten Höhenflügen verholfen. Dank steigender Aktienkurse und sich erholenden Immobilienpreisen wuchsen auch die Nettovermögen der privaten Haushalte. Viele Amerikaner sind mit ihrer finanziellen Situation zufriedener als auch schon. Ein gutes Zeichen für die bevorstehenden Feiertagsverkäufe.

Investitionsgelegenheit zum Jahresabschluss
Aufgrund enttäuschender Gewinne einiger der grössten US-Einzelhändler werden derzeit viele Aktien von Detailhändlern zu attraktiven Preisen gehandelt. "Wer selektiv vorgeht und nach Firmen mit soliden Fundamentaldaten sucht, kann in der Einzelhandelsbranche zum Jahresabschluss attraktive Investitionsgelegenheiten finden", erklärt Bill Hench die Strategie des Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity Fund, der sich auf solide Unternehmen mit überzeugenden Bewertungen konzentriert.

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