"Wir blicken auf ein Rekordjahr zurück"

José Machi, Business Director Nordea Investment Funds in der Schweiz
José Machi, Business Director Nordea Investment Funds in der Schweiz

Nordea gehört 2011 zu den Gewinnern im Fondsmarkt Schweiz. José Machi, Geschäftsführer Nordea Investment Funds Schweiz, führt das Rekordjahr vor allem auf die richtige Produktpalette im Bondsektor zurück.

20.12.2011, 09:53 Uhr

Redaktion: cwe


Herr Machi, die Anleger boykottieren Risiken. Wie wirkt sich das auf Ihr Geschäft aus?
José Machi: Per Saldo gehören wir klar zu den Häusern, die von der Entwicklung profitieren. Das hervorragende Kredit-Standing von AA- unserer Muttergesellschaft Nordea ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Weltweit gibt es noch genau eine Bank, die Rabobank, die von Standard & Poor’s höher bewertet wird. In der vor einer Woche publizierten Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin gehörte Nordea zum Spitzentrio unter den 30 untersuchten Grossbanken weltweit. Die Risikoaversion und die Verankerung im Retail Banking wurden dabei als positive Faktoren hervorgehoben. Zudem haben wir von der Sonderstellung der nordischen Länder als Alternative zu Anlagen im Euroraum profitiert. Ähnlich wie der Kapitalzustrom in die sichere Schweiz waren norwegische und schwedische Bonds stark gefragt. Diese Länder zeichnen sich durch eine strenge Haushaltdisziplin aus.

Aktive Fonds hatten 2011 eher Abflüsse zu verzeichnen. Wie gehen Sie mit dieser Entwicklung um?
Das trifft vielleicht auf die Aktienmärkte in den letzten Monaten zu. Bei zweistelligen Verlusten an den Märkten springen die Anleger ab. Ob die Fonds aktiv oder passiv verwaltet werden, ist dabei sekundär. Insgesamt war der Mittelzufluss am Fondsmarkt Schweiz 2011 positiv. Aber es kam darauf an, mit den richtigen Produkten präsent zu sein. Bonds und Commodities liefen sehr gut.

Nordea hat einige neue Fonds lanciert. Lohnt sich das in einem Umfeld, in dem Anleger wenig Risikobereitschaft aufbringen?
Wir handeln langfristig und bringen keine Modeprodukte auf den Markt. Neue Produkte müssen sich in der Regel zuerst während mindestens drei Jahren bewähren, bevor sie in die Asset Allocation der Banken und Vertriebspartner aufgenommen werden. Zum Teil werden auch Produkte, die innerhalb der Nordea-Gruppe schon länger bestehen, erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Schweiz registriert. Aktuell interessant sind die Produkte aus der Palette der Stable Equity Funds, die wir auf die Emerging Markets erweitert haben. Sie haben sich 2011 durch ihre defensive Ausrichtung sehr positiv entwickelt. Bis Mitte Dezember realisierte der Nordea 1 – Global Stable Equity Fund - Unhedged eine Performance von 4,2 %.

Wie haben sich die Nettomittelflüsse insgesamt entwickelt?
Wir können auf ein Rekordjahr mit Nettoneugeld-Zuflüssen in der Schweiz von mehreren hundert Millionen Franken zurückblicken. Im Bondbereich war dies vor allem auf die umfassende Palette in den nordischen Märkten zurückzuführen. In diesen Märkten sind wir als grösste nordische Bank klarer Marktführer. Aber auch die Corporate Bond Fonds liefen hervorragend. Der erst im Januar 2010 aufgelegte Nordea 1 – US Corporate Bond Fund hat heute bereits ein Fondsvolumen von knapp 1,4 Mrd. USD. Die Performance 2011 kann sich mit 7,0 % bis Mitte Dezember ebenfalls sehen lassen.

Wie sollten sich Anleger für 2012 positionieren?
Die Unternehmen in den USA und Europa präsentieren sich zur Zeit eindeutig in der besseren finanziellen Verfassung als die überschuldeten Staaten. Sie haben ihre Verschuldung massiv zurückgefahren und erwirtschaften hohe Margen. Auch bei einer gebremsten Konjunktur dürften sie gut gerüstet sein.

Sollte man sich jetzt gegen Inflation schützen?
Inflation war in der Vergangenheit die Lösung Nummer Eins, um Schulden abzubauen. Und Staatsschulden sind eines der Hauptprobleme Europas und der USA. In der Vergangenheit hat ein ähnlich expansives Verhalten der Notenbanken immer zu Inflation geführt. Es kann also nicht schaden, sich darauf vorzubereiten. Der Nordea 1 - Global Inflation Linked Bond Fund ist eines der neuen Produkte, die wir in der Schweiz zu diesem Zweck 2011 registriert haben.

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