Nachhaltiges Investment in die "Silver Economy"

Nathalie Bourdoncle, Fondsmanagerin des MM Senior Plus bei Rothschild & Co Asset Management
Nathalie Bourdoncle, Fondsmanagerin des MM Senior Plus bei Rothschild & Co Asset Management

Das Anlageuniversum der Silver Economy zielt auf die speziellen Anforderungen von Menschen über 50 ab. Nathalie Bourdoncle, Fondsmanagerin des MM Senior Plus bei Rothschild & Co Asset Management, spricht über die strategische Ausrichtung des Fonds sowie dessen Entwicklung.

18.01.2019, 13:56 Uhr

Redaktion: rem

Was bedeutet "Silver Economy"?

Nathalie Bourdoncle: Darunter fallen alle Produkte und Dienstleistungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Menschen über 50 Jahren zugeschnitten und darauf ausgerichtet sind, deren Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern. Da die meisten Senioren von finanziellen Verpflichtungen wie etwa der Ausbildung der Kinder oder dem Bau des Eigenheims frei sind, verfügen sie über deutlich mehr Kaufkraft als andere Altersklassen.

Warum glauben Sie, dass die Silver Economy ein nachhaltiges Anlagethema ist?

Die Seniorenwirtschaft ist zwangsläufig langfristig angelegt. Denn die Alterung der Bevölkerung kehrt sich ja nicht irgendwann plötzlich wieder um. Darüber hinaus umfasst die Silver Economy Sektoren, die strukturell schneller wachsen als andere Branchen und zudem weniger stark mit exogenen makroökonomischen Entwicklungen korreliert sind.

Wie entscheiden Sie, welche Titel Sie in das Portfolio aufnehmen?

Unser Anlageverfahren basiert auf qualitativen und quantitativen "Bottom-up-Analysen", mit einem Schwerpunkt auf Wachstumswerten. Dabei legen wir grossen Wert darauf, die Unternehmen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihre Geschichte zu verstehen.

Wie hat sich der von Ihnen betreute Fonds entwickelt?

Vor dem Hintergrund des turbulenten Marktumfelds hat sich unsere eher defensive Ausrichtung im letzten Jahr bewährt. Dabei ist die solide Performance in erster Linie unserem Fokus auf Pharmaunternehmen zu verdanken, die in Nischenbereichen forschen. Dazu zählen zum Beispiel Ipsen, ein Hersteller onkologischer und anderer Medikamente, und AstraZeneca, ein diversifizierter Pharmakonzern, in dem wir unsere High-Conviction-Position seit Jahresbeginn weiter aufgestockt haben. Wir gehen davon aus, dass AstraZeneca im Jahr 2019 nicht zuletzt dank seiner innovativen Krebsmedikamente wieder Wachstum generieren wird. Da wir im Finanzsektor, der von den politischen Unsicherheiten in Italien nach unten gerissen wurde, untergewichtet sind, hat das Portfolio die Marktturbulenzen der letzten Monate nicht zu schlecht überstanden.

Wie ist der Fonds derzeit investiert?

Aufgrund des aktuellen Marktumfelds sind wir eher defensiv positioniert, mit einem Schwerpunkt auf Mid und Large Caps im Gesundheitssektor. In diesem Rahmen haben wir beispielsweise zuletzt unsere Beteiligungen an Amplifon, Grifols und Novartis aufgestockt.

Obwohl der Schwerpunkt des Fonds auf Gesundheitsaktien liegt, sind wir bei Biotechunternehmen, eher selektiv und vorsichtig. Die Unternehmen dieser Branche sind immer häufiger auch an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Das hat mitunter zur Folge, dass ein Kursrutsch an der Nasdaq auch den Börsenwert am Heimatmarkt sinken lässt selbst wenn negative Unternehmensmeldungen ausbleiben.

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