Nachhaltige Anlagen: Anhaltendes Wachstum im Markt

René Nicolodi, Leiter Satellite Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank.
René Nicolodi, Leiter Satellite Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank.

Fondstrends sprach mit René Nicolodi, Leiter Satellite Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank über das Thema Nachhaltigkeitsbedürfnis und die Auszeichnung "Feri Award" in der Kategorie Asset Manager „Social Responsible Investing“.

06.01.2014, 11:28 Uhr

Redaktion: dab

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist bereits seit 1996 ein führender Anbieter von nachhaltigen Anlagelösungen und hat den diesjährigen Feri Award in der Kategorie Asset Manager „Social Responsible Investing“ erhalten. Was ist Ihr Erfolgsrezept?
René Nicolodi: Die Gesamtqualität unserer Anlageprodukte, der transparente Researchprozess und die eingesetzten Ressourcen waren wohl ausschlaggebend für den Erfolg. Mit Innovationen auf Produktseite sowie mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Analyseprozesse haben wir in den vergangenen Jahren richtungsweisende Wege beschritten. Die Tatsache, dass die Zürcher Kantonalbank als Unterzeichnerin der UN PRI (UN Prinzipien für Verantwortungsvolles Investieren) das Thema nachhaltige Anlagen auf strategischer Ebene glaubwürdig verankert, hat zusätzlich geholfen.

Inwiefern unterscheidet sich der Bereich nachhaltige Anlagen der ZKB mit dem der Mitbewerber?
Ich bin überzeugt, dass die Art und Weise, wie wir heute Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen (ESG) verarbeiten, analysieren und schlussendlich in Anlageentscheide oder Anlagelösungen berücksichtigen, neue Massstäbe am Markt setzt. Es ist heute beispielsweise möglich, ein sehr breites Titeluniversum mit unserer eigenen Methodologie detailliert zu analysieren und daraus flexible Anlagelösungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kundenbedürfnisse zu erstellen. Umgekehrt können wir auch für traditionelle Portfolios unserer Kunden zahlreiche ESG-Faktoren messen und in dieser Weise Informationen zu relevanten Nachhaltigkeitsrisiken, z.B. Klimawandel-Impakt, transparent darstellen. Diese Entwicklung war ein längerer Aufbauprozess, der noch nicht abgeschlossen ist.

Wie gehen Sie auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse ein?
Das Verständnis von Nachhaltigkeit oder nachhaltiger Entwicklung ist nicht abschliessend definiert. Somit gibt es auch bezüglich der Ausgestaltung von nachhaltigen Anlagelösungen keinen einheitlichen Standard, was auf Kundenseite gelegentlich für Verunsicherung und Verwirrung sorgt. Deshalb versuchen wir, nicht primär einen bestimmten Anlageansatz zu ‚verkaufen‘, sondern wollen in erster Linie gemeinsam mit den Kunden Transparenz über das konkrete Nachhaltigkeitsbedürfnis schaffen. Das gibt uns die notwendigen Anhaltspunkte, um eine bestimme Anlagelösung zu empfehlen bzw. zu gestalten. Es ist offensichtlich, dass private Investoren im Vergleich mit zweckgerichteten Stiftungen oder öffentlichen Pensionskassen in der Regel nicht die gleichen Anforderungen an eine nachhaltige Anlagelösung stellen. Interessensunterschiede bestehen dabei nicht nur bezüglich spezifischer Nachhaltigkeitsanforderungen, sondern auch hinsichtlich Risikofähigkeit sowie Umsetzungsart. Allen Investoren gemeinsam ist hingegen der Wunsch, eine zumindest marktkonforme Rendite bei vergleichbaren oder tieferen Risiken zu erzielen.

Was spricht aus Ihrer Sicht für eine anhaltende Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) im Anlagebereich?
Es gibt gute Gründe, die mit Blick in die Zukunft für eine stärkere Berücksichtigung von ESG-Faktoren auf Investorenseite sprechen. Einerseits nimmt die Erkenntnis auf öffentlicher Seite zu, dass relevante Nachhaltigkeitsfragen, z.B. zur Klimawandel- oder Ressourcenproblematik, zwingend aus einer globalen sowie marktwirtschaftlichen Perspektive anzugehen sind. Es bestehen deutliche Hinweise, dass auf nationaler und internationaler Ebene regulatorische Anforderungen für Unternehmen und institutionelle Investoren zunehmen, um mehr Transparenz zu ESG-Faktoren herzustellen. Gleichzeitig hat die Datenverfügbarkeit in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, so dass Investoren einfacher und kostengünstiger ESG-Faktoren in Anlageentscheiden berücksichtigen können. Die Tatsache, dass die weltweit führenden Finanzinformations-Provider ESG-Faktoren auf den jeweiligen Plattformen integriert haben, spricht diesbezüglich Bände. Diese Entwicklung wird durch die steigende Bedeutung globaler Initiativen (v.a. UN PRI) unterstützt. Vor diesem Hintergrund ist das anhaltende Wachstum im Markt für nachhaltige Anlagen nicht weiter erstaunlich. Der Trend zu einer integrierteren Betrachtung von ESG-Faktoren im Anlagebereich steht unseres Erachtens erst in einem frühen Entwicklungsstadium.

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