Gute Chancen an den europäischen Kreditmärkten

Emmanuel Petit, Head of Fixed Income bei Rothschild & Cie Gestion, Portfolio Manager des R Euro Credit Fund.
Emmanuel Petit, Head of Fixed Income bei Rothschild & Cie Gestion, Portfolio Manager des R Euro Credit Fund.

Der R Euro Credit von Rothschild gilt als einer der besten Euro Corporate Bond Funds und hat 2014 europaweit zahlreiche Awards erhalten. Portfolio Manager Emmanuel Petit erläutert gegenüber fondstrends die Erfolgsstrategie des Fonds.

02.04.2014, 10:49 Uhr

Redaktion: dab

Herr Petit, Sie verfolgen gemäss eigenen Angaben beim R Euro Credit eine aktive Laufzeiten-Strategie. Können Sie ausführen, was dies genau bedeutet?
Emmanuel Petit: Man muss zwischen einer aktiven Duration-Strategie und Strategien unterschieden, die auf eine tiefe Duration setzen. Letztere tendieren zu kurzen Laufzeiten mit dem Hauptziel, die Duration zu verkürzen. Eine aktive Duration-Strategie möchte hingegen nicht nur das Laufzeit-Risiko senken, sondern das Risiko aktiv und flexibel bewirtschaften, um auf Zinsänderungen und die Steilheit der Zinskurve reagieren zu können. Eine aktive Duration-Strategie ist daher ein dynamischer Ansatz. Der hauptsächliche Mehrwert besteht darin, dass eine solche Strategie eine dauerhafte Lösung darstellt, mit der sich das Portfolio innerhalb eines Kreditzyklus an Zinsänderungen anpasst.

Demnach ist der R Euro Credit kein Fonds mit grundsätzlich niedriger Duration?
Der R Euro Credit hat sich nicht zum Ziel gesetzt, immer eine tiefe Duration aufzuweisen, aber er verfügt über die Flexibilität, bei Bedarf die Duration zu verkürzen. So lag die modifizierte Duration -im Jahr 2012 und bis heute- beispielsweise zwischen 1,6 und 3, war also relativ tief. Gleichzeitig erzielte der Fonds eine kumulierte Performance von +34%. Hingegen war die Duration zwischen 2009 und 2011 - also während der Krise in Europa - bedeutend höher, um auf das Makroumfeld angepasst eine gute Rendite zu generieren. In dieser Zeitspanne lag die kumulierte Performance bei +26%. Wie gesagt muss die Asset Allokation in der Lage sein, den Zinsänderungen zu folgen und die interessantesten Renditeprämien zu realisieren. Unser Hauptziel liegt darin, das Risiko steigender Zinsen zu reduzieren, indem wir die beste Position auf der Renditekurve und die besten Fälligkeiten suchen. Dies bedeutet gegenwärtig das Vermeiden von Kurzläufern, da deren Renditen zu gering sind, aber auch das Meiden des langen Endes der Zinskurve, da dort das Risiko der hohen Duration kaum zusätzlich abgegolten wird.

Wo sehen Sie Möglichkeiten in den Kreditmärkten in Europa?
Wir sehen derzeit viele Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen, vor allem bei Fälligkeiten zwischen drei und fünf Jahren und bei den Emittenten mit BBB-Ratings. Viele Investoren glauben, dass sich mit der Verengung der Spreads ein Engagement an den Kreditmärkten nicht mehr lohnt. Wir sind da anderer Meinung. Erstens reflektiert der Anstieg der langfristigen Renditen in den Kernmärkten seit 2013 die Normalisierung der Geldpolitik in einem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld. Zweitens sind wir überzeugt, dass die Kreditmärkte im gegenwärtigen Zyklus viele neue Chancen eröffnen. Da sind zum Beispiel die offensichtlichen Gelegenheiten, die Unternehmen in den Peripherieländern bieten. Die Spread-Differenzen können je nach Emittent sehr interessant sein. Auch Emittenten aus dem Finanzbereich eröffnen Möglichkeiten, speziell im Bereich der nachrangigen Anleihen. Ihre laufenden Bestrebungen zur Verbesserung der Fundamentaldaten um die neuen regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, machen sie aus Sicht des Kreditinvestors zu interessanten Kandidaten. Ebenfalls zu erwähnen sind die attraktiven Neuemissionen und die neuen Emissionsstrukturen, die zusätzliche Renditequellen bieten. Eine andere Renditequelle sind die Preis-Arbitragemöglichkeiten bei Crossovers. Die Kombination dieser vier Pfeiler: Crossovers, Neuemissionen, Unternehmen der Peripherie und Finanzwerte bietet im gegenwärtigen Umfeld eine starke Plattform für attraktive risikoadjustierte Renditen.

Sie behaupten, dass sie die Risiken steigender Zinsen für Bondinvestoren limitieren können. Können Sie das näher erläutern?
Die Duration aktiv zu managen ist wichtig. Genauso wichtig ist aber das aktive Management der Sensitivität gegenüber Zinsänderungen. Indem wir uns im BBB-Segment auf kurze und mittlere Laufzeiten konzentrieren, können wir gleichzeitig die Sensitivität und die Duration effizient managen. Die dauernde Suche nach der richtigen Ausrichtung auf der Zinskurve ist wie bereits erwähnt ebenfalls entscheidend. Die Kombination mit dem Einsatz von CDS und Cash zur Portfolioabsicherung in volatilen Zeiten ergibt ein zusätzliches Schutzelement für die Investoren. Aber entscheidend ist der defensive Ansatz der Strategie, in welchem wir eine Renditemaximierung vermeiden. Die erwähnten Massnahmen dienen alle dazu, die Risiken von Zinsanstiegen zu limitieren.

Wie sieht ihr makroökonomisches Szenario in Bezug auf Zinsänderungen aus?
Der Wechsel im geldpolitischen Kurs des US Federal Reserve Board, welches die Quantitative Easing Programme langsam auslaufen lassen will, hat Auswirkungen auf die Kreditmärkte. Diese sind allerdings moderat und werden die Märkte nicht destabilisieren. QE3 könnte demnach bis Ende Jahr heruntergefahren werden und deutsche Bundesanleihen könnten bei 2,3% und zehnjährige US-Renditen in 12 bis 18 Monaten bei 4% zu liegen kommen. 4% für US Treasury Bills würden die US-Wirtschaftsentwicklung und die erwartete Inflation widerspiegeln. Die deutschen Bunds dürften teilweise mit den USA korrelieren, wie wir es in der Vergangenheit beobachtet haben. Das bessere wirtschaftliche Umfeld dürfte sich wie erwähnt auch in neuen Möglichkeiten im Kreditsektor niederschlagen. Bondinvestoren werden allerdings einen flexibleren und dynamischeren Ansatz anwenden müssen als zuvor.

Wie können Bondinvestoren die Strategie in ihr Portfolio integrieren?
Die flexible, aktive Kredit- und Duration-Management-Strategie bringt am meisten Mehrwert in Kombination mit Plain Vanilla Corporate Bonds, Short-Duration- und High-Yield-Strategien. Neben der höheren Diversifikation verbessern sie das Risiko-/Return-Profil, die Sensitivität gegenüber Zinsänderungen sinkt, und das Portfolio hat auch den Vorteil der geringen Überschneidung mit anderen Strategien.


R Euro Credit C
ISIN FR0007008750
Management Fees: 0.71% p.a.

R Euro Credit I
ISIN FR0010807123
Management Fees: 0.35% p.a.

AuM CHF 525 Mio.

Performance ab dem 28.März:
YTD: + 2.6%
2013: + 7.3%
3Y: + 7.8% p.a.
5Y: + 10.4% p.a.

Mehr Informationen über den R Euro Credit erhalten Sie auf der Fundinfo Seite.

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