Flexibel mit defensiven Mischfonds

Im Fondstrends-Interview sprechen Christoph Gross und Steffen Merker, Manager des Mischfonds LBBW Multi Global der LBBW Asset Management über die Vorteile des defensiven Mischfonds.

30.07.2014, 09:20 Uhr

Redaktion: dab

Welche Vorteile bieten defensive Mischfonds im aktuellen Marktumfeld?
Steffen Merker: Die Erfolgsgeschichte der defensiven Mischfonds mit einem hohen Rentenanteil basiert auf einer niedrigen Volatilität und einer langfristig durchschnittlichen attraktiven Rendite, im Vergleich zu offensiven Mischfonds oder reinen Aktienfonds.

Mischfonds können sehr flexibel und schnell auf Marktentwicklungen reagieren. Dies gilt insbesondere in der Berücksichtigung von kurzfristigen Ereignissen, wie z.B. die Ukraine-Krise, um die sich ergebenden Chancen optimal und performancewirksam nutzen zu können. Daraus resultiert eine aktive und dynamische Gewichtung zwischen den kurzfristigen Opportunitäten und den langfristigen Investitionen, in deren Fokus die fundamentale Entwicklung des Unternehmens steht.

Die hohe Volatilität am Aktienmarkt in den letzten 14 Jahren seit dem Platzen der TMT Blase im Jahr 2000, hat dazu geführt, dass viele Investoren das Chance Risiko Profil eines defensiven Mischfonds unter dem Aspekt des aktiven Risikomanagements bevorzugen. Der LBBW Multi Global R (DE0009766881) hat seit Auflage durchschnittlich eine Rendite von über 4,5 % p.a. bei einer Volatilität von unter 4 % p.a. erzielt. Aktuell bewegt sich die Volatilität nur noch bei ca. 3 %.

Was kennzeichnet ein guter defensiver Mischfonds?
Christoph Gross: Im LBBW Multi Global (DE000A1H7250) verfolgen wir eine sehr flexible Anlagestrategie, die im Vergleich zu Wettbewerbern unabhängig von einer konventionellen Benchmark-Orientierung ist.

Diese Strategie erlaubt es uns, auf Marktentwicklungen schnell reagieren zu können. Das gilt insbesondere in der Berücksichtigung von kurzfristigen Ereignissen, wie z.B. geopolitischen Krisen, Finanzkrisen oder Naturgewalten, wie z.B. das Erdbeben von Fukushima. Der Einfluss der meisten politischen Krisen oder von Naturgewalten ist meistens kurzfristiger Natur, d.h. die sich daraus ergebende erhöhte Volatilität kommt unserer defensiven Fondsstrategie zu gute. So haben wir dann die Möglichkeit, kurzfristig unser Risikoexposure zu erhöhen, sei es über die Generierung von Optionsprämien oder die Erhöhung der Aktienquote oder der Rentenbestände, um die sich ergebenden Chancen optimal und performancewirksam nutzen zu können. Wird das erwartete Ergebnis realisiert, verringern wir anschliessend wieder das Exposure. Mit der vorhandenen Flexibilität kann das erfahrene Fondsmanagement-Team die Vorteile eines Mischfonds voll zu Gunsten der Fonds-Performance für die Anleger nutzen.

Der LBBW Multi Global R hat zum Ultimo Juni 2014 eine Performance von + 4,47 % seit Jahresanfang. Die Performance setzt sich zusammen aus dem Beitrag der Rentenanlagen mit ca. + 3 % und den Aktien bzw. Optionserträgen von ca. 1,5%.

Wo liegt der momentane Investitionsschwerpunkt?
Steffen Merker: Der Fokus der Investitionen liegt im Aktienbereich auf Unternehmen mit einer soliden, fundamental attraktiven Bewertung mit einem stabilen Gewinntrend. Diese Eigenschaften sind nach umfangreicher Analyse aktuell überwiegend in zukunftsrelevanten Themen, wie Globalisierung, Demographie und Ressourceneffizienz, zu finden.

Im Bereich der demographischen Entwicklung, also des Bevölkerungswachstums und der Alterung der Bevölkerung, sind vor allem Unternehmen aus den Bereichen Nahrungsmittel und Pharma zu selektieren, die überproportional von diesem Trend profitieren. Vor allem die gesellschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft und die Transformation von einer rein produzierenden zu einer konsumorientierten Wirtschaftsstruktur befördert den stabilen Gewinntrend dieser Unternehmen. Davon profitieren auch Pharmaunternehmen, wie z.B. der Insulinhersteller Novo Nordisk. Die zunehmende Verbreiterung der Diabetes Krankheit in Asien, gekoppelt mit einem exzellenten Produktportfolio, ist entsprechend im LBBW Multi Global vertreten.

Von der Globalisierung und Digitalisierung profitieren insbesondere auch Technologieunternehmen, da in der vollintegrierten und vernetzten Kommunikation ein Erfolgsfaktor für global aufgestellte Unternehmen liegt. Zu den Profiteuren zählen insbesondere Softwareanbieter und Infrastrukturausrüster, die einen deutlichen Mehrwert, also Servicedienste rund um die Hardware, den Unternehmen bieten. Aktuell sehen wir hier gute Perspektiven bei SAP und Ericsson.
Christoph Gross: Im Rentenbereich ist angesichts des niedrigen Zinsumfelds eine hohe Gewichtung von Anleihen mit Spreadkomponente die sinnvollste Strategie, um einen geeigneten Puffer gegen mögliche Zinssteigerungen zu haben. Aus diesem Grunde haben wir den Anteil von Corporate Bonds und Anleihen aus der Peripherie sehr stark übergewichtet.

Im Segment der Staatsanleihen sind aktuell nur Papiere aus Spanien und Italien interessant. Staatsanleihen aus den Kernstaaten weisen eine zu niedrige, absolute Rendite auf und bergen ein höheres Kursverlustrisiko. Anleihen aus Südeuropa hingegen bieten noch einen Puffer und werden durch die EZB und die europäische Politik unterstützt. Auch die wirtschaftliche Erholung in den Südstaaten geht mit dem Rückgang der Risikoaufschläge einher. Wir bevorzugen in diesem Segment tendenziell die mittleren Laufzeitenbänder.

Wann erwarten Sie das Ende der Niedrigzinsphase?
Christoph Gross: Aus unserer Sicht wird sich in Europa an den Leitzinsen auf absehbare Zeit nichts verändern. Die EZB verfolgt angesichts der Unterschiede innerhalb der Eurozone weiterhin eine sehr expansive Geldpolitik und scheint ihr Instrumentarium noch nicht vollständig ausgereizt zu haben. Hingegen deutet die Politik der amerikanischen Notenbank FED bereits in Richtung Zinswende. Historisch betrachtet konnte man mit einem Übergewicht von Anleihen mit Spreadkomponente in Zinserhöhungsphasen eine bessere Performance erzielen als mit zinssensitiven Papieren, wie Staatsanleihen bester Bonität. Da Zinsanstiege in der Regel ja auch ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke darstellen, sollte dies zu weiteren Spreadeinengungen bei den Unternehmensanleihen führen. Dies wiederum hat eine kompensatorische Wirkung. Erst wenn die Leitzinsen ihren Hochpunkt erreicht haben und die Zinskurve tendenziell flach ist, performen andere Rentenklassen wieder besser als Corporates. Somit halten wir die aktuelle Positionierung für absolut zielführend.

Hat das Konsequenzen für den Selektionsprozess im Anleihenportfolio?
Christoph Gross: Die Politik der Notenbanken gleicht einem zweischneidigen Schwert. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa sollte in der Theorie zu niedrigeren Zinsen und damit Kursgewinnen bei Rentenpapieren führen. Dies wäre performancemässig sicherlich positiv zu werten.

Sicherheitsorientierte Anleger, die primär in bonitätsstarken Anlagen wie deutschen Bundesanleihen investiert sind, geraten damit in Gefahr eines realen Kaufkraftverlusts. Daher ist eine Anlage in Anleihen mit Spreadkomponente, wie Unternehmensanleihen oder Pfandbriefen aus Spanien und Italien, wie im LBBW Multi Global aktuell umgesetzt, sinnvoller.

In den USA hingegen sollte die restriktiver werdende Notenbankpolitik zu einem weiteren Zinsanstieg und damit einhergehend zu kurzfristigen Kursverlusten auf die Wertpapiere führen. Dadurch erhöht sich jedoch schrittweise die Attraktivität amerikanischer Anleihen im Vergleich zu Europa.

Wie hoch ist die momentane Aktienquote?
Steffen Merker: Zu Jahresbeginn waren wir mit ca. 7% sehr defensiv in der Aktienquote positioniert. Die Erwartungen bezüglich der Gewinnentwicklungen waren unserer Meinung nach viel zu optimistisch und ausreichend am Aktienmarkt eingepreist. Diesen Optimismus haben wir nicht geteilt, sondern auf eine Korrektur dieser Erwartungen gesetzt. Im Zuge der wieder aufkommenden Ängste um die Emerging Markets, die Ukraine Krise und des geldpolitischen Kurses der US Notenbank FED und der EZB haben wir die Rücksetzer am Aktienmarkt genutzt, um antizyklisch die Aktienquoten auf mittlerweile ca. 20 % hochzufahren.

Wie bewerten Sie die Konjunkturentwicklung im Euroraum?
Steffen Merker: Unsere strategische Einschätzung für die Entwicklung des Weltwirtschaftswachstums ist weiterhin positiv. Das globale BIP dürfte in 2014 und 2015 mit ca. + 3,7 % bzw. 3,9 % zulegen.

Daraus erwarten wir einen Gewinnanstieg, v.a. bei Exportgetriebenen Unternehmen aus Europa, da der Welthandel dieses Jahr wieder an Schwung gewinnen wird. Von dieser Nachfrage dürften v.a. deutsche Unternehmen profitieren, da zum einem mit einem Anstieg der Investitionen zu rechnen ist, und zum anderen die Konsumnachfrage sich beleben dürfte. Zu den Profiteuren zählen hierbei insbesondere der Maschinenbau, die Industrie und die Automobilunternehmen. Die stabilsten Gewinntrends sehen wir aufgrund der Premiumqualität hier bei den deutschen Herstellern wie BMW, Daimler und Volkswagen.

Unsere Einschätzung einer sich abzeichnenden Recovery der Eurozone tragen wir mit einer ausreichenden Positionierung in europäischen Werten Rechnung, die vor allem in konsumnahen Branchen fokussiert sind mit einem hohen Umsatzanteil in Europa. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven in den Peripherieländern hat in den vergangenen Monaten das Konsumklima bereits erheblich positiv beeinflusst, und die Umsatzzahlen von einem niedrigen Ausgangsniveau verbessert.

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